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(1815 - 1854)
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401
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v. Gagern.

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Centren (Dahlmann, Duncker, W. v. Gagern, v. Mähern, v. Räumer,v. Saucken, Wippermann, v. Würth, v. Zenetti), empfahlen dagegen einBundesdirectorium aus drei Männern des Vertrauens, welche eine wirk-liche Regierungsgewalt hätten und weder in die Befugnisse der einzelnenRegierungen, noch in die Rechte der deutschen consti tut renken Na-tionalversammlung eingriffen, indem sie die der Nationalversammlungverantwortlichen Minister ernännten, und nach Vollendung der Reichsver-sassung wieder abdankten.

Die Debatten über die provisorische Centralgewalt währten vom20—27. Juni. Gegen vierzig verschiedene Anträge waren eingebracht,189 Redner eingeschrieben. Von Seiten der Rechten traten namentlichv. Vincke, Fürst Lichnowski und v. Radowitz für die monarchischen In-teressen in die Schranken. Die Centren, denen es hauptsächlich um Her-stellung der Ordnung zu thun war, ließen ihre Ansichten durch Welckerund Leite verfechten. Blum bekämpfte das Bundesdirectorinm als Reac-tion und Contrerevolution und erklärte, von der „Allgewalt des Volkes,dem die Deputirten ihr Mandat verdankten, nicht lassen zu können." Amentschiedensten sprachen von der äußersten Linken Vogt, Zitz und Rügefür die Republikanisirung der Centralgewalt. Gagern, der auf einmal denPräsidentenstuhl verließ und die Rednerbühne bestieg, entschied den Aus-gang dieser Debatte. „Meine Herren," sagte er, „ich thue einen kühnenGriff, und ich sage Ihnen, wir müssen die provisorische Centralge-walt selbst schaffen." (Lange anhaltender und stürmischer Jubelruf.) „Wirmüssen sie darum selbst schaffen: sie muß stark sein, sie muß Vertraueneinflößen. Wir müssen sie aber besonders darum selbst schaffen, weil wirihrer schnell bedürfen, und weil wir nicht gewiß find, daß sie dann schnellgeschaffen wird, wenn wir eine Mitwirkung der Regierungen in Anspruchnehmen wollten. Es ist ein Unterschied, ob wir die Vollziehungsgewaltaus Dreien oder Einem bestehen lassen; würde die Ansicht die überwie-gende sein, daß sie aus Dreien bestehen sollte, und wir wollten die Mit-wirkung der Regierungen, dann wäre die Schwierigkeit nicht groß; viel-leicht läge die Verständigung schon vor, oder sie wäre leicht zu erreichen;ich glaubte auch, damit nicht der Volkssouverainetät zunahezutreten;aber die Majorität dieser Versammlung scheint mehr und mehr zu derAnsicht gekommen zu sein, die auch ich theile, daß die künftige Central-gewalt Einem Reichsverweser mit verantwortlichen Ministern übertragenwerden müsse. Meine Herren, über diesen Einen könnten solche Schwie-rigkeiten entstehen, daß wir die Regierungen einer großen Verlegen-heit überheben, indem wir auf ihre nachträgliche Einstimmung rechnen,ihnen die Wahl und den Vorschlag erlassen. Es ist bereits gesagt wor-den: nicht die Fürsten könnten vorschlagen, auch nicht blos die Regierun-gen als solche; in einzelnen Ländern bestehen keine so starken Regierungen,

Weltgeschichte, HI. 2g