Band 
(1815 - 1854)
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Ludwig Kossuth.

s4. Kap.

wandten Kroaten anzustecken. In den Gefechten von St. Thomas undWciskirchen (19. August) hatten die Ungarn unter Bechtold die Serbengeschlagen, was.den Fanatismus der Kroaten gegen die Ungarn steigerte.Man wußte überdies in Ungarn, daß die deutschen und böhmischen Osfi-ciere in der ungarischen Armee nur ungern fochten und daß ganze Regi-menter sich weigerten, gegen die Grenzer zu fechten. Darauf baute Jella-chich seinen Plan, die südslawische Bewegung ganz in die Hände zubekommen und sie zu einem für das Kaiserhaus glücklichen Ausgangzu lenken.

Mit der Hospartei im besten Einvernehmen, ermunterte er die Kroa-ten, welche mit Trennung von Oesterreich drohten, wenn die Suprematieder Ungarn fortdauere, in ihrer Unbotmäßigkeit. Am 10. September er-klärte er, trotz öffentlicher Abmahnung des Kaisers, den Ungarn denKrieg und sandte dem am 11. folgenden Einmarsch in Ungarn ein Ma-nifest voraus, worin er betheuerte, daß die Kroaten nur das Beste derNation wollten, aber nicht dulden würden, wie die Eintracht unter denVölkern zerstört und Ungarns gesetzmäßiger Verband mit Oesterreich ge-waltsam gelockert werde; man verhehlte es nicht, daß man lieber die rus-sische Knute, als die ungarische Insolenz wolle. Die Kroaten, etwa 60,000Mann stark, wovon die Hälfte regelmäßiges Militair, überschritten dieDrau und Mur, und rückten ohne Schwertstreich bis zum Plattensee vor,indem sich die ungarischen Freischaaren und Nationalgardcn zerstreutenund die ungarischen Regimenter nach Steiermark zogen.

Ludwig Kossuth, der lange nicht an die Möglichkeit eines Kriegsmit den Kroaten glauben mochte, da er den Slawen Concessionen angebo-ten hatte, trat nun vor den Reichstag und bat um die Bewilligung zurAushebung von 200,000 Mann und zur Aufnahme einer Anleihe von42 Millionen Gulden, eine Anstrengung, die von der deutschen National-versammlung auf Möring's Antrag durch allgemeines Aufstehen anerkanntwurde. Zugleich bewarben sich ungarische Gesandte um ein Bündniß mitDeutschland, natürlich vergebens. Kossuth's populäre Beredtsamkeit, seinbezauberndes Benehmen, das Alle, die in seine Nähe kamen, verstrickte,hatte solchen Erfolg, daß viele Magnaten, welche die Bewegung als einedemokratische verachteten, und eine Menge kaiserlicher Offnere für dieLandessache gewonnen wurden, sogar der alte, tapfere Kriegsminister Meffa-ros. Von allen Seiten strömten die feurigen Magyaren zu den Fahnen,flössen reichliche Geld- und Waffengeschenke, erhob sich der ungarische Land-sturm und bedrohte Jellachich's Rückzugslinie. Die Kroaten sahen sich am18. September bei Szala Egerszegh mit Ungestüm angegriffen »nd lie-fen in wilder Flucht davon. Nach dieser Niederlage machte der Banuseinen Flankenmarsch gegen die Donau, wo er einen Uebergang suchte,während das Gros der ungarischen Armee von Veszprim nach Stuhl-