4. Kap.)
Die Versassungs-Octroyirung.
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Preis, wie man sich sagen mußte, die Größe und SelbststLndigkeit despreußischen Staats war. Sogar der in Berlin zurückgebliebene Theil derNationalversammlung, von den Gegnern „Club Unruh" genannt, gabseinen Widerstand aus und erschien am 1. December in Brandenburg,um die unter Vorsitz Brünneck's tagende Rechte beschlußfähig zu machen.Als die Neuangekommenen es rügten, daß der Alterspräsident vielen Ab-geordneten keine Einladung zu den Sitzungen zugestellt habe, und daraufden Antrag bastrten, die Sitzungen bis zum 4. December auszusetzen,damit die Fehlenden Zeit erhielten, zu erscheinen, ward dieser Antrag ab-geworfen. Die ganze Linke verließ wiederum den Saal und machte dieVersammlung »»beschlußfähig. Die Zurückbleibenden setzten diesen außer-ordentlichen Umständen eine außerordentliche Maßregel entgegen: sie be-schlossen die Einberufung der Stellverteter und eine Vertagung bis zum7. December. Die Krone beschloß ihrerseits, dem Hin- und Herziehenmit einem Schlage ein Ende zu machen, löste die Versammlung aus, oc-troyirte am 5. December eine fast ganz dem Entwurf der Nationalver-sammlung entsprechende Verfassung und berief die nach diesem Gesetz be-stehenden zwei Kammern aus den 26. Februar 1849 zur Revision derVerfassung ein. So war plötzlich der Kampf beendet und Preußen in deninstitutionellen Rcchtszustand eingetreten. Ein Bericht des Ministeriumsmachte der Nationalversammlung folgende Vorwürfe: 1) sie habe ihreBerathungen in Berlin eigenmächtig fortgesetzt und sich angemaßt, alssouveraine Macht über Rechte der Krone zu entscheiden; 2) sie habe dieAuflösung der Berliner Bürgerwehr, die das Einschreiten gegen die Na-tionalversammlung verweigert hatte, für eine ungesetzliche Maßregel er-klärt und dadurch die Bürgergarde zum Widerstände aufgereizt; 3) siehabe sich nicht gescheut, durch die an das Volk gerichtete Aufforderungzur Verweigerung der Steuern die Brandfackel der Anarchie in das Landzu schleudern und den ganzen Staatsverband dem Umsturz preiszugeben;4) durch alle diese Maßregeln habe die Versammlung mit der Krone ent-schieden gebrochen und dem König gegenüber einen Standpunkt ein-genommen, durch den die Möglichkeit jeder Vereinbarung ausgeschlossensei. Die Kreuzzeitungspartei vervollständigte dieses Sündenregisterder Nationalversammlung noch mehr in dem sogenannten schwarzen Buch,worin zehn Hauptsünden der Nationalversammlung und nebenbei die Ab-stimmungen der Abgeordneten vermerkt find, um die Wähler vor der Wie-derwahl dieser Gekenntzeichneten zu warnen. Dennoch traten die meistender „Steuerverweigerer" wieder in die zweite Kammer, welche indeß durcheinige Neugewählte mehr dem gemäßigten Systeme und einer ruhigenErwägung der Sachlage sich zuneigte. Grabow, A. v. Auerswald undLeasing wurden die Präsidenten der zweiten; R. v. Auerswald, Baum-