Band 
(1815 - 1854)
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435
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4. Kap.) Dänemark kündigt den Waffenstillstand. 4Z5

52. Der zweite Schleswig-Holsteinische Feldzug.

Die alte provisorische Regierung hatte einer aus Graf Reventlow»Jersbeck, Boysen, Heintze, Graf Moltke und Preußer bestehenden Re-gierungscommission ihre Gewalt übergeben (22. Oktober 1848). DieDänen waren neuerdings in ihren Ansprüchen durch Oesterreich ermuntertworden, das in Dänemark einen Bundesgenossen in der deutschen Frage suchteund es ungern sah, wie Preußen in den Herzogthümern Einfluß gewann,und endlich fürchtete: „es werde sich," wie Metternich meinte, „an dieseSache Alles hängen, was es Schlechtes in Deutschland gebePreußen, wel-ches anfänglich die Rechte der Herzogthümer so warm vertheidigt hatte, wardagegen zu der Ansicht gelangt, daß es nicht länger eine Sache verfechtenkönne, welche die Legitimität Friedrich's VII. verkürze, und geeignet sei,den Aufruhr, unter einem sonst gerechten Aushängeschilds, in Deutschlandzu pflegen. Da indeß die deutsche Frage noch nicht zum Austrag ge-bracht war, so entschloß sich Preußen einen zweiten Feldzug gegen Däne-mark mitzumachen, vorausgesetzt, daß diejenigen deutschen Staaten, welchesich bisher am Kriege nicht betheiligt hatten, ihre Contingente in dieSchlachtlinie einrücken ließen. Nachdem die Friedensunterhandlungen inLondon gescheitert waren, kündigte Gras v. Moltke den Waffenstillstand,23. Februar 1849, und verhängte vom 27. März ab die Blokadeüber die deutschen Küsten. Die Feindseligkeiten sollten am 3. April be-ginnen. Die Centralgewalt traf Fürsorge, daß der Krieg mit allemNachdruck geführt werden konnte. Sie befahl die Mobilmachung von dreiDivisionen und die Bereithaltung von drei anderen Divisionen (3. März).Ein edler deutscher Fürst, der Herzog von Coburg Gotha, erbot sich, eineBrigade selbst zu führen. Am 6. März berief das Bureau der schleswig.holsteinischen Landesversammlung diese selbst auf den 11. zusammen.Letztere genehmigte die vom Reichsministerium eingesetzte Statthalterschaft(Graf Reventlow-Preetz und Beseler), welche am 21. März in Wirksam-keit trat. Während des Winters hatten die Schleswig-Holsteiner bedeu-tende Rüstungen gemacht und den preußischen General v. Bonin an dieSpitze ihres Heeres berufen. Freilich ging man dem Kampfe nicht mehrso zuversichtlich entgegen, als im vorigen Jahre. Der Grund lag in derveränderten Stimmung des preußischen Cabinets und in dem Misbehagen,welches die schleswig-holsteinischen Prälaten und Ritter über die deutschenGrundrechte an den Tag legten. Dennoch schien der Anfang des Kriegszu den schönsten Hoffnungen zu berechtigen. Ende März standen 45,000Mann deutsche Truppen nebst 150 Geschützen kampfbereit in den Her-zogthümern. Das deutsche Heer war in vier Divisionen eingetheilt:1) Schleswig-Holsteiner unter General Bonin in und bei Flensburg biszur Königsau; 2) Bayern, Württemberger, Badener, Nassauer und

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