Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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436
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Beginn der Feindseligkeiten.

s4. Kap.

Thüringer unter dem bayrischen General Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg in und bei Schleswig; 3) Hannoveraner und Sachsen unterdem hannöverschen General Wyneken in und bei Rendsburg; 4) Preu-ßen unter General v. Hirschfeld in und bei Neumünster. Den Oberbefehlführte der Commandeur der preußischen Garden, General-Lieutenant v.Prittwitz. Die Art, wie der Krieg geführt wurde, gehört einstweilennoch zu den dunklen Punkten der neuesten Geschichte, deren Aufhellungerst einer späteren Zeit vorbehalten ist. Die Dänen hatten 36,000 Mannauf die Beine gebracht, waren aber zur See überlegen.

Am 3. April begannen die Dänen die Feindseligkeiten, indem sieHadersleben nahmen und die Schleswig-Holsteiner bis Gravenstein zu-rückdrängten. Um die deutschen Truppen zu allarmiren und ihre Aufmerk-samkeit von dem Norden abzulenken, lief am 5. April Capital» Paludanmit dem Linienschiff Christian VIII., der Fregatte Gefion und zweiDampfschiffen in die offene, den Nord- und Ostwinden ausgesetzte Buchtvon Eckernsörde ein und eröffnete gegen die dort angelegten Batterien einfurchtbares Feuer. Die Nordbatterie stellte ihr Feuer bald ein, weil ihreSchüsse die Stadt getroffen haben würden. Um so tapferer schlug sich dieSüdbattecie von vier 18pfündigen Kanonen, befehligt vom Oberfeuerwer-ker Preußer, einem jungen Manne, dessen Name in der Kriegsgeschichtestets mit Ruhm genannt werden wird. Der Kanonendonner, welcher vieleMeilen weit gehört wurde, lockte den Herzog von Koburg auf den Kampf-platz, welcher sogleich eine halbe nassauische Sechspfnnderbatterie herbei-rief, die um 3 Uhr Nachmittags anlangte. Kurz vor ihrer Ankunft stg-naliflrte Paludan ein Dampfschiff heran. Aber ein einziger Schuß derNordbatterie machte es kampfunfähig. Nun wünschten die Dänen zu par-lamentiren und drohten, entgegengesetzten Falls die Stadt zu beschießen.Man ließ sich jedoch hiervon nicht einschüchtern, sondern benutzte die Zeit,um die ausgegangene Munition zu ersetzen und Kugeln glühend zu machen.Der letzte Kampf begann. Um 6 Uhr strich Paludan die Flagge desbrennenden Schiffes. Der edle Preußer erfuhr kaum, daß noch zahlreicheVerwundete des sichern Todes harrten, als er mit einigen wüthigen Ar-tilleristen übersegelte, um sie zu retten. Schon schlug das Feuer aus allenLücken. Preußer bestieg dennoch das Schiff und leitete die Rettungsan-stalten. Plötzlich erfolgte eine furchtbare Explosion; ein Augenblick undder Meerbusen und Strand waren mit Leichen und Schiffstrümmern be-deckt. Die Fregatte Gefion hatte ebenfalls die Flagge gestrichen; sie wurdespäter ausgebessert und als „Eckernsörde" der deutschen Marine einver-leibt. Als letztere unter den Hammer des Reichsauctionators Fischer ge-rieth, erstand Preußen sie für einen Theil seiner Kriegskosten.

Am 13. April besetzten die zweite und dritte Division der Bundestruppendie Düppeler Höhen, und am 20. nahm die schleswig-holsteinische Bri-