Band 
(1815 - 1854)
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437
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4. Kap.) Zweiter Waffenstillstand mit Preußen. 437

gäbe v. Zastrow Kolding. Merkwürdiger Weise zögerte v. Prittwitz mitdem Einmarsch in Instand, obwohl er am 14. April von Frankfurt denBefehl dazu erhalten hatte. Erst am 6. Mai war die vierte Division nachKolding nachgerückt und drängte den General Rye immer nördlicher, ohneihm auf seinem Rückzug irgend einen Verlust beizubringen. Die erste Di-vision marschirte aufFridericia, nm diese Festung zu belagern. Eine ordent-liche Beschießung wurde nicht für nothwendig erachtet. Am 5. Juli warRye, der seine Truppen von Jütland unbemerkt eingeschifft hatte, mit 15,000Mann heimlich in Fridericia gelandet und machte in der folgenden Nachteinen raschen Ausfall, in welchem er die schleswig-holsteinische Armee un-ter großem Verlust zurücktrieb. Auch die Dänen litten beiErstürmung derVerschanzungen großen Verlust; unter Andern blieb auch der tapfere GeneralRye. Die Herzogthümer lechzten nach Rache für diese Scharte, und die ganzedeutsche Armee brannte vor Kampfeslust. Da erscholl die Nachricht, daßPreußen am 10. Juli einen neuen Waffenstillstand auf sechs Monate ge-schloffen habe, wonach eine Demarkationslinie gezogen, Jütland geräumt,Südschleswig von 6000 Preußen, Nordschleswig von 6000 Schwedenbesetzt und durch eine Landesverwaltung regiert, und endlich die Blokadeder Häfen aufgehoben werden sollte. Am 3. August standen alle deutschenTruppen wieder hinter der Eider.

93. Die römische Revolution. Die italienische Ratio-nalversammlung. Der zweite österreichisch-italie-nische Krieg.

Ruhmvoller, als im Norden, waren die Ergebnisse der Siege deut-scher Armeen in Italien über einen ehrgeizigen Gegner und die mit ihmverbündeten Revolutionäre. Einer der gewandtesten Diplomaten Italiens,welcher seine Kräfte schon vielfach in Paris, Rom und der Schweiz ver-sucht hatte, Graf Pele grin R o ssi, war im Sommer 1848 in seineVaterstadt Carrara zurückgekehrt und hatte im Herzogthum Modena einepopuläre Rolle zu spielen versucht. Nach den Siegen Radetzky's ergriffRosfi die Flucht vor dem zurückkehrenden Herzog von Modena und gingnach Rom, wo er vorn Papste ehrenvoll empfangen wurde. Graf Rossihatte sich in das diplomatische Unterhandeln so hineingelebt, daß er dienationell-revolntionären Kämpfe im Innern der Apenninen-Halbinsel nurwie ein Jntriguenstück ansah, in welchem ihm selbst die Rolle des Ver-mittlers zwischen Radikalen und Reactionären, zwischen dem System KarlAlbert's und Ferdinands von Neapel, und das Amt des Friedensstifterszwischen Oesterreich und Italien zugefallen sei. So klug dieser Plan aus-gedacht war, so waren doch nicht alle Factoren dabei in Erwägung gezogen.