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Rückkehr des Papstes nach Rom.
14. Kap.
Stadt und mit dem Vorsatz, in Neapel einzufallen und dort eine Revolutionzu machen; sie änderten jedoch unterwegs ihren Entschluß und warfen sich nachVenedig. Der Papst, welcher in Gaeta barfuß und mit der Kerze des armenSünders öffentliche Büßgänge abgehalten, um Verzeihung seiner liberalenSünden zu erflehen, kehrte am 12. April 1850 zurück, wo man ihnstumm empfing. Mit ihm kam die rachsüchtige Cardinalspartei, welcherder Papst freie Hand lassen mußte. Binnen zwei Monaten wimmeltendie Kerker von politischen Gefangenen, war der Index der verbotenenBücher massenhaft angeschwollen. Religiöse Bußübungen wurden durchdie ganze Christenheit ausgeschrieben; Mönchswesen und Inquisition leb-ten wieder auf. Das päpstliche Heer wurde reorganisirt und aus „jungen,moralisch-unbescholtenen" Leuten gebildet. Diese Anstalten reizten leiderdie Römer zum Meuchelmord gegen Franzosen, päpstliche Truppen undverhaßte Priester und Polizeimänner. Ganze Räuberbanden erstandenaus den Unzufriedenen und führten ungestraft ihre Frevel aus, da diepäpstlichen Soldaten und Truppen zu ihnen überliefen. Die Oesterreichshielten strenge Zucht und erschossen, wer von den Banditen in ihre Händesiel. Dennoch konnten sie nicht Scenen, wie in Forlimpopoli verhindern(25. Januar 1851), wo eine Räuberbande die Einwohner überfiel undausplünderte. Die Oesterreicher bildeten nun mobile Kolonnen, denen esgelang, den Hauptbanditen Belloni zu erschießen. Allein die Erbitterungund Rachsucht der Römer steigerte sich und konnte weder durch öster-reichische noch durch französische Kriegsgerichte gedämpft werden. Maz-zini'sche Sendboten wühlten im Lande und preßten die Leute zu Anleihen,mit welchen Italiens Freiheit begründet werden sollte. Dagegen liefendie gesetzlichen Steuern so spärlich ein, daß das Budget alljährlich meh-rere Millionen Scudis Deficit auszuweisen hatte. Eine Anleihe, welcheder Papst im Betrage von 40 Millionen mit Rothschild abschloß, trugkaum Dreiviertel baar ein. Die Steuern mußten erhöht werden unddennoch konnte der Kriegsminister Orsellini kein Heer auf die Beine brin-gen, weshalb er in Verzweiflung seinen Abschied nahm. Am 14. August1853 wurde eine gräuliche Verschwörung entdeckt, an deren Spitze „derGeneralvicar Mazzini's", der Advocat Petroni, stand. Die Verschwörungsollte am 15. August, dem Napoleonsfeste, ausbrechen, und war gegendie Franzosen gerichtet, mit deren Befehlshaber Gemeau auch der Papstsich nicht vertragen konnte, weil der heilige Vater durch ihn in jederBeziehung beschränkt wurde, sowohl was die leibliche Bewegung, alswas die politische unumschränkte Reaction anlangte. Von den Differenzen,welche der päpstliche Stuhl mit der weltlichen Macht zu bestehen hatte,sind die Siccardischen Reformen in Sardinien und der Badener Kirchen-streit (1853) erwähnenswerth.