4. Kap.)
Beginn der Feindseligkeiten.
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und im Banat, wo Magyaren, Szekler, Romanen, Serben u. A. m. woh-nen, mit der entsetzlichsten Grausamkeit geführt. Bem setzte diesen Bar-bareien Grenzen, indem er beabsichtigte, die Slawen für die ungarischeSache zu gewinnen. Das ungarische Ministerium bestand damals ausGraf Casimir Battbyanyi (Aeußeres), Koffuth (Finanzen), Ryary (In-neres), MeßaroS (Krieg), Madaraß (Polizei), Pulszky (Handel) undSzemere (Justiz). Den Operationen der österreichischen Hauptarmee,welche am 15. December begannen, gingen mehrere Gefechte vorher, in denenPuchner ganz Siebenbürgen unterwarf (November), Schlick bis Kaschau(11. December) vorrückte und die österreichische Vorhut unter Simunich dieUngarn bis Tyrnau zurückdrängte (15. December). Langsam zogen sichdie Magyaren ins Innere zurück und dachten bei Naab, welches stark ver -schanzt war, erst Widerstand zu leisten. Allein ein starker Frost machteden Oesterreichs die Wege gangbar, sodaß selbst Kanonen über die zu-gefrorenen Sümpfe des Bakonyer Waldes fahren konnten. Die Strate-gie gebot den Ungarn, den Feind in die Pußten zwischen Donau undTheiß zu locken, und vom Thauwetter und den Sumpfflebern das Uebrigezu^erwarten.
Feldmarschall Windischgrätz verfolgte einen, wahrscheinlich den Actendes alten Hofkriegsraths entnommenen, Plan, die Ungarn in weiten Bogenvon allen Seiten einzuschließen, ein Plan. von dem er Tag und Nacht diegrößten Erfolge träumte. Künstliche, der Schule Mack's angehörigeMarschberechnungen, die wegen des Frostes mehrmals bis auf Tag undStunde zutrafen, bestärkten ihn in der altösterreichischen Kriegsführung.Allein Windischgrätz vergaß, daß er mit Leuten zu thun hatte, denen dasStudium der napoleonischen Kriegsweise nicht fremd war, und daß er demFeinde gestattete, sich mit Uebermacht auf einen beliebigen Punkt zu wer-fen, seine Corps einzeln zu schlagen und den Einschließungskreis zu durch-brechen. Er übersah ferner, daß Thauwetter eintreten, daß seine Equi-page, sein Troß, sein Artilleriepark stecken bleiben könne, und daß endlichdas flüchtige Pferd des ungarischen Husaren über die Moore und Sümpfeder Heimat mit Leichtigkeit dahinbraust, wo die schwere kaiserliche Cava-lerie einsinkt und dem Fußvolk das Marschiren erschwert wird. Er meintein wenigen Wochen den Aufstand erdrückt zu haben.
Fürst Windischgrätz nahm am 18. Preßburg und besetzte am 27.,nach schwachem Widerstände, Raab. Nun entsandte er den Ban nach demSüden, welcher bei Moor einen Sieg über Perczel erfocht (30. December).Oberst v.Mayerhofer schlug Kiß bei Panesowa und General Götz eroberteSillein (2. Januar 1849). Am 4. stand der Weg nach Pesth offen,nachdem Meßaros einen vergeblichen Versuch gemacht hatte, Schlick beiKaschau zu werfen. In Pesth gönnte Windischgrätz seinem Heere einigeRastwochen, weil er zunächst den Erfolg seiner Unterhandlungen mit der