Band 
(1815 - 1854)
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Märsche und Gegenmärsche.

altmagyarisch-conservativen Partei abwarten wollte. Den vomungarischenReichstage abgesendeten Unterhändler, Graf Ludwig Batthyanyi, hatte erabgewiesen. Windischgrätz ließ das Standrecht und den Belagerungs-zustand in Pesth sehr mild handhaben, erlangte aber keine Erfolge, da dieBeschlüsse des österreichischen Ministeriums über die künftige Stellung Un-garns, die Auflösung der Union mit Siebenbürgen, die Lostrennung derWoiwodschaft Serbien und der Königreiche Slavonien, Kroatien undDalmatien, das hieß die Vernichtung Ungarns als selbstständiger Staat,das magyarische Nationalgesühl beleidigten. Indessen wiegte sich Windisch-grätz in Siegesträumen, und erließ schon Steckbriefe auf die ungarischenHauptrebellen. In Siebenbürgen erfolgte ebenfalls ein Umschlag deröffentlichen Meinung, als die Kaiserlichen nach einigen Siegen im vor-märzlichen Sinne zu regieren anfingen. Koffuth, mit der Banknotenpresse,der größte Theil des Reichstags und der Landesvertheidigungsausschußwaren am 1. Jan. 1849 schon nachDebreczin geflüchtet; das ungarischeHeer ging an die Theiß zurück, gefolgt von den Bauern, welche ihre Vorrätheverbrannten oder vergruben. Windischgrätz hatte demnach eine Wüste vorsich und der Weitermarsch, den er am 25. Februar, wo die Witterungmilder wurde, begann, stieß deshalb aus viele Hindernisse, Am 25. Fe-bruar befand sich der Feldmarschall in Gyöngyös und verlegte am 28.sein Hauptquartier nach Maklar, als Wrbna, Schwarzenberg und Schlickbei Kapolna und Verpeleth einen Scheinsieg davongetragen hatten. Gör-gey beabsichtigte nämlich mit seinem Rückzug von Kapolna, den Feind tie-fer ins Land zu locken. Windischgrätz ging in die Falle und befahl seinenTruppen, den Magyaren langsam zu folgen, während er selbst nach Pesthzurückging. Daraus machten die Magyaren Kehrt, überfielen bei Szolnokdie Brigaden Karger und Ottinger, und fügten ihnen große Verluste zu.Windischgrätz entwarf nun einen anderen Einschließungsplan. Gleichzei-tig mit dem Angriff auf die unüberwindliche Festung Komorn sollte Schlickmit der Nordarmee, Jellachich mit der Südarmee vorgehen und die Ma-gyaren zusammenpressen. Der Feldmarschall beschäftigte sich indeß in Pesthmit politischen Maßregeln, verbot die Kossuth'schen Banknoten, untersagtejeden Verkehr mit den insurgirten Landstrichen und strafte die Juden-gemetnde in Pesth für die Dienste, welche einzelne Juden den Rebellengeleistet hatten,

Mittlerweile war die Lage der Dinge in Siebenbürgen eine anderegeworden. Bem hatte mehrere Siege über Puchner erfochten und bedrohteHermannstadt (24. Januar), indem er die Umgegend fürchterlich brand-schätzte. Da bewog der romanische Bischof Schaguna das romanischeund sächsische Comits, eine Bittschrift um russische Hilfe einzuschicken.Die Russen, welche die Donaufürstenthümer wegen eines Aufstandes be-setzt hatten (1848), waren längst aus diesen Augenblick vorbereitet, der