4. Kap.)
Siege der Russen und Oesterreichs.
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gesetzt wurde (30. Mai). Unmittelbar unter ihm dienten bei der Haupt-armee: Schlick, Wohlgemuth, Benedek und Bechtold; der Ban erhieltden serbischen Süden als Wirkungskreis; Clam-Gallas führte nach Sie-benbürgen 12,000 Mann Verstärkung. Die ungarische Armee —146,000Mann zu Fuß, wovon 17 Bataillone alter Soldaten, 40,000 Reiterund 400 Kanonen, außer der Festungsartillerie — war in sechs Corpseingetheilt, und wurde von Görgey als General en Chef befehligt. Daserste Corps unter Görgey stand im nordwestlichen Ungarn, das zweite un-ter Bem in Siebenbürgen, das dritte unter Dembinski (später Wiffocki)an den Karpathen, das vierte unter Perczel gegen den Banus; das fünfteunter Vecsey stand an der Marosch und das sechste oder Reservecorpsunter wechselnden Heerführern im Innern.
Die Russen brauchten über vier Wochen, um sich durch die Eng.Pässe der Karpathen zu winden. Am 28. Mai erschienen die ersten Russenin Tyrnau; am 18. Juni folgte die Hauptarmee. Görgey begann denAngriff bei Raab (13. Juni) und aus die in der Schütt und der unterenWaag stehenden Oesterreicher (16.), in welchen jetzt ein anderer Geist zuwehen schien. Aus Komorn gestützt, wiederholte Görgey am 2. und 10.Juli seine Angriffe, ohne das eiserne Band, welches ihn immer engerumschloß, durchreißen zu können. Er sah sich znm Rückzug genöthigt,zog die Besatzungen von Ofen und Pesth an sich (11.) und verschwandin den Sümpfen des Innern. Am 17. zogen die Russen in Wachen, am19. Haynau in Pesth ein, wo er die Judengemeinde fürchterlich brand-schatzte. Nachdem der neue Operationsplan mit Paskiewitsch vereinbartwar, brach der schnelle Haynau aus der Straße von Pesth nach Kecskemetund Szegedin auf, während die Russen über Debreczyn nach Arad, dasam 1. Juli von Bem und Guyon genommen war, marschiren sollten. Am2. August besetzten die Russen Debreczyn, während Haynau in Szegedineinzog, am 6. bei Szörög Dembinski, und am 9. bei Temeswar den ausSiebenbürgen herbeigeeilten und mit dem Oberbefehl bekleideten Bemschlug. Temeswar war frei; der ungarische Belagerungspark fiel in öster-reichische Hände. Der tapfere Vertheidiger dieser wichtigen Festung, Feld-marschall-Lieutenant Rukavina, wurde glänzend geehrt. Die ungarischeArmee war entmuthigt und lief zum Theil auseinander; die länger gedien-ten Honveds wendeten sich nach Arad, wo sie Görgey trafen, der sichmitten durch die ihm aus allen Straßen auflauernden Russen geschlängelthatte, ein Zug, der entweder ein strategisches Meisterstück, oder ein mit denRussen abgekartetes Spiel war. Nachdem der Sieg nicht mehr den Fahnenfolgte, regte sich in den Magyaren Mistrauen gegen die Führer. Man sprachheimlich von Verrath, ohne jedoch zu vermuthen, was sobald kommensollte von dem Manne, welcher bisher als magyarischer Hauptheld gefeiertworden war. Nach dem Operationsplane der Ungarn sollte die feindliche