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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ- XXVI. Von Gaͤrten. 3 27

3. Nach dem Geſchmack/ ob die Erde hitter oder verſaltzen ſeye? Die-ſes zu erfahren/ ſo weichet man ein gut Theil Erde uͤber Nacht in Waſſer ein/und laͤſſet es alsdann darinnen zergehen/ hernach durch ein Papier abgeſiegen/ſo kan man aus dem darvon gezogenen Waſſer den Geſchmack leichtlich erfah-ren/ auch in Einkochung deſſelbigen uͤber dem Feuer erkundigen/ was beſagteErde mit ſich fuͤhre.

4. Nach dem Geruch iſt auch eine gute Erde zu erkennen/ nemlich/wann dieſelbige nach dem Regen einen leblichen und anmuthigen Geruch

hat.

III. Die Außtheilung und Ordnung der Baͤume betreffend/ hat mannachfolgende Stuͤcke in Acht zu nehmen. Nemlich:

1. Das Kern⸗Obſt: Aepffel/ Birn/ und dergleichen.ch 2. Das Stein⸗Obſt: Allerley Kirſchen/ Pferſing⸗ Pflaumen/ Quet-

en/ꝛc.

1. Die Aepffel⸗und Birn⸗Baͤume koͤnnen Wechſels⸗weiſe von 30. biß 40.Schuhe weit in die Laͤnge und in die Breite von einander geſetzet werden/ wor-bey aber in Acht zu nehmen/ daß die Aepffel · Baͤume gegen der warmen Lufft zuſtehen kommen ſollen.

2. Das Stein⸗Obſt ſolle nicht unter das Kern⸗Obſt geſetzet werden/ weiles durch ſeine auffwachſende Hoͤhe/ und allzuvielen Schatten/ den andernBaͤumen verhinderlich iſt/ ſollen derowegen die Kirſchen⸗Baͤume hinter dieAepffel⸗und Birn⸗Baͤume abſonderlich auf 40. biß 50. Schuhe weit von einan-der geſetzet werden. 2

Nota. Bey Setzung des Kernoder Stein⸗Obſts: Nemlich/ wie weit mandie Baͤume von einander ſetzen ſolle/ hat man Hauptſaͤchlich zu ſehenauf die Guͤte deß Bodens/ und der Erde; Dann/ iſt die Erde obbe-ſchriebener Maſſen ſchwartz/ gut und feiſt/ ſo kan man die Aepffel⸗undVirn⸗Baͤume/ wie auch die Kirſchen und alles Stein⸗Obſt/ viertzigSchuhe von einanderſetzen. 8

Iſt aber die Erde mager und gering/ ſo muͤſſen die Baͤume enger undnur dreiſſig Schuhe weit von einander geſetzet werden. Dann in gutenGrund wachſen die Baͤume weit und groß aus einander/ bey ſchlechtem5 aber kan man ſie ſchon enger zuſammen ſetzen/ dann ſie bleiben

einer.

Die Ordnung/ Baͤume zu ſetzen gibt nicht allein dem Baum⸗Garten eineZierde/ ſondern iſt auch nutzlich; Man muß aber in ſolcher Setzung/(es ge-ſchehegleich in Form eines Quadrats/ oder Vierecks/ oder in einer Runde/Triangels/ und dergleichen /) ſich allezeit nach deß Gartens und Platzes Gele-genheit/ vornemlich aber nach der Sonnen Lauff/ richten.

Es