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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XxXxVI. Von Gaͤrten. 333

Nota. Es wird darfaͤr gehalten/ daß das Obſt/ ſo auffgeſaete Reiſer gepfropf-fet oder geimpffet/ beſſer und ſchmackhafftiger ſeye/ als das jenige/ ſoauf wilde Staͤmme gepflantzet worden-

Es iſt auch noch eine andere Art/ ſo man bey etlichen Aepffeln findet/ dieman mcht ferne impffen darff/ und bey ihrer guten Art bleiben/ dieſes ſeynd vor-nemlich die Augſt⸗Aepffel/ ſo ſuß und wolgeſchmack.

Ferner findet man auch Birn und Maulbeer/ ſo aus den Kernen koͤnnengezſelet werden/ und keines Pfropffens vonnoͤthen haben ingleichen alle nachfol-gende/ als da ſeynd: 1

Kern⸗Obſt. 3. Marellen.

1. Aepffel. 4. Pfirſing.

z. Birn. 5. Mandeln.

z. Quitten. 6. Quetſchen.

4. Feigen. Frembde Fruͤchte.

5. Eaſtanien. 1. Citronen.

6. Welſche Nuͤſſe. 2. Pomernantzen.

7. Rothe und weiſſe Haſel⸗Nuͤſſe. 3. Limonen. 4Stein⸗Obſt. 4. Datteln.

1. Pflaumen. 5. Piſtacien.

2. Kirſchen. 6. Zirbel⸗Nuͤſſe.

II. Den Ert/ Grund und Fubereitung deß Erdreichs betreffend:So erfordern alle obangezeigte Saamen einen freyen luͤfftigen Ort/ der gegenMittag gelegen/ ſo nicht weit darvon gegen Mitternacht mit einer Mauerbe-decket/ und von den naͤchſten Baͤumen nicht erſticket/ noch viel weniger von der-ſelbigen Wurtzel durchwachſen ſeye.

2. Die Erde ſoll zuvor ziemlich tieff umgegraben/ hernach mit einem gutenduͤnnen Miſt/ ſo mit allerley Außkehrig und Geinuͤlbunter einander vermiſchet/geduͤnget werden.

III. Die Zeit der Pflantzung und Anſtellun einer Baum⸗Schulebeſtehet in nachfolgenden Stuͤcken:

1. Solle der Meyer fleiſſig in Acht nehmen die Gelegenheit des Landesund Orts damit die Kern nicht zu fruͤh/ noch zu ſpat geſucht werden.

2. Man nimmt jede Sorte Kern allein/ nemlich/ die Aepffel und Birn-Kern/ und ſqͤet alſo jedes Geſchlecht allein. Etliche thun dieſes im Herbſt undum Martini/ und dieſes wird fuͤr die beſte Zeit gehalten/ andere aber in der Fa-ſten hernach; Man ſaͤet auch eine jede Art abſonderlich ſein in eine Reihe imAußgang deß Februarij.

Tt iij 3. Das