372 Claſſ. XXVI. Von Gaͤrten.
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erwas weniges beruͤhret! und gleichſam wie ein zugeſpitzter Keil formiret wer-de: So wird es auff der Seiten/ und auch vorwarts ein Anſehen haben-wie in der Figur 2. bey Num. 1. auff der Neben⸗Seite zu ſehen.
Nota. Andere wenden auch im Herabſchneiden das Meſſer alſo/ daßdie außwendige Seite/ daran das Aeuglein ſtehet/ etwasdicker bleibe/ die inwendige aber hergegen ein wenig zugeſchmaͤh-
lert werde. 1 18. Die Rinde der innwendigen Seite/ kan man wol ohne Schadenwegnehmen/ oder nach Beleben daran laſſen. Auch muß das Aeugleingerad zwiſchen den beyden Abſäͤtzen ſtehen; Es ſollen aber die Abſaͤtze ſo nettesſchegeh werden/ daß ſie fein glakt auff das Holtz des Stammens ſichcchicken.— 9. Den Pfropff · Stamm betreffend/ ſo muß der Gaͤrtner oder Meyerdieſes Hofes ferner nachfolgendes wiſſen: Ob der Stamm ſeye klein/ mutel-maͤſſig/ ſtarck oder großf.Iſt der Stamm klein/ ſo laͤſſet man dem Zweig oder Encke nicht mehr/ alsdrey Augen. 8
Iſt der Stamm mittelmaͤſſig/ ſolaͤſſet man vier Augen.
Iſt der Stamm ſtarck oder groß ſolaͤſſet man dem Zweig fuͤnff Augen.
10. Die Laͤnge des Reiſes oder Zweiges ſolle nicht uͤber ſechs Queer⸗Fin-ger lang genommen/ und die uͤbrige Augen/ was uͤber beſagte Laͤnge noch andem Reiß ſtehet/ hinweg geſchnitten/ und an dieſem obern Schnitt mitPfropff⸗Wachs verſtrichen werden.
Nota. Wann man auff groſſe Aepffel⸗oder Birn⸗Baͤume pfropffen will/ſo ſolle man das Pfropff · Reiß beym Jahr/ oder mit dem Knottennehmen/ damit dieſelbige das Drucken des geſpaltenen Stammensdeſts beſſer ertragen koͤnnen: Es ſolle aber zunechſt des Knottensuͤber demſelben ein Aug/ ſo außwarts gerad uͤber dem Spalt gerich-tet ſeyn/ damit daſſelbige auß dem Stamm die Nahrung deſtobeſſeran ſich ziehen koͤnne.
n. Wie man den zugerichteten Pfropff⸗Reiß auff den Stammſotzen ſolle/ muß nachfolgender Geſtalt procedirt werden:
Erſtlich das nechſte Aug des Pfropff⸗Reiſes ſolle man ſolcher Geſlalt ſetzenoder richten/ daß daſſelbige außwarts komme/ die Winckel aber der Abſaͤtzeauf die Ecken des Stammens/ alſo/ daß die Endſcheidung der Rinde/ zwiſchenwelcher/ und dem Holtz/ der Safft auffſteiget/ beydes an dem Reiß und amStammartig und genau an einander ſchlieſſen/ wie in der Figur 2 bey Num.l.
zu ſehen.Nota,