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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Gaſſ. XXVI. Von Gaͤrten. 341

3. Bey der vorigen Arth des Reh⸗Fuſſes ſolle der ſchrade Schnitt mitdem Ruͤcken gegen Mittag/ und die ſchraͤge oderſchrade Blatten gegen Mit.ternacht gewendet ſeyn/ dann ſonſten wird durch der Sonnen Hitze leichtlichn ec- gemacht/ auch das darauff geſtriechene Baum⸗Wachs leichtlichabſchmeltzen..

4. Den Durchſchnitt mit der Saͤgen zu machen/ ſo haͤlt man den Stammmit der lincken Hand ſolcher Geſtalt/ daß die Hand unter ſich/ und der Stammbey dem kleinen Finger uͤber ſich gehe/ und man mit dem Daumen der linckenHand die Saͤgen halten/ und alſo den Schnitt hurtig/ jedoch nicht gantz/durchfuͤhren/ ſondern wan der Schnitt balb am Ende/ einen Gegenſchnittmit einem ſcharffen Meſſer machen/ und alſo ohne Zereiſſung der Rinden dasabgeſchnittene Stuͤck darvor nehmen koͤnnen.

F. Weil der Schnit von der Säͤgen/ die ſchraͤge oder die gerade Blattendes Stammes rau machet/ ſo muß man mit einem ſcharffen Meſſer; die-ſes Rauhe ohngefehr einen Meſſer⸗Ruͤcken fein eben und glatt herab ſchnei-den, damit der auffſteigende Safft des Baumes nicht verhindert werdenmoͤge.

Nota. Wie hoch der Stamm von der Erdrn biß zu dem Schnitt ſeyn ſolle /iſtoben in vorhergehendem drittem Abſatz der fuͤnfften(v.) Abthei-lung des Unterrichts von der Pfropff⸗Kunſt Nachricht gegebenworden.

6. Wann demmach vorgelehrter Maſſen der Stamm/ auff welchen

manzu pfropffen Willens iſt/ abg eſchnitten worden/ ſo ſchneidet man mit et-

nem Meſſer oder Meiſſel gar geunde faſt in die Mitte/ jedoch ohne Beruͤh-rung des Marcks/ in den Stamm/ auff einer Seite deſſelben(nach Anwei-ſung beygeſetzter Figur A.) eines Finger⸗ Gliedes lang/ und ſtecket in dieſenSpalt einen flachen Zweck von Buxbaum/ oder anderm duͤrren harten Holtz/wie bey B. zu ſehen.

Nota. Dafern man beſorgte/ daß der Spalt zu weit auffreiſſen ſolte/ kanman den Stamm unter den Spalt mit einem Meſſer faſſen: Soman aber fleiſſig mit der Spaltung umgehet/ ſo hat man des Spaltsnicht vonnoͤthen/ wie ſolches dem fleiſſigen Gaͤrtner ohne das bekandtund wiſſend iſt.

7. Das Propff⸗Beiß aber zuzurichten/ hat der Hauß⸗Vatter nach-folgendes zu wiſſen; Nemlich/ man erwaͤhtet von den unterſten Aeuglein/ ei-nes/ ſchneidet auff beyden Seiten/ jedoch eines Meſſer⸗Ruͤckens dick/ unterdenſelben/ zween Winckel⸗rechte Abfaͤtze/ doch nicht ſo tieff/ daß das Marckverletzet werde: Alsdann faͤhret man von den beyden Abſaͤtzen unterwartsrines Gliedes lang/ je laͤnger je tieffer/ alſo/ daß zu deſſen Ende das Marck umUn iij etwas