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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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NClafſ. XXVI. Von Gaͤrten. 343

2. Den Spalt deſto beſſer zu verwahren/ ſo legt man zuvor/ ehe maneszubindet/ auff jede Seite deſſelben ein ſchmales Riemle in von des abgeſaͤgtenBaumes Rinde.

Nota. Der ſorgfaͤltige Meyer hat auch zu wiſſen/ daß vorbeſchriebene

Art des Pfropffens in den Spalt/ nur zugroſſen und hochſtammigenBaͤumen/ ſo wol auff deroſelben Aeſte/ als auff den Stammen koͤn-ne gebrauchet/ und nicht bey kleinen practiciret werden.

II. Vom Pfroffen zwiſchen die Rinde/ ſo hat der Meyer nachfolgen-des in acht zu nehmen.

I. Von dem Unterſcheid dieſes Pfropffens.

II. Von Erwaͤhlung des Pfropffſtamms.

III. Von zurichtung des Pfropffzweigleins.

IV. Von VPereinigung böſäte mit dem Pfropffſtamm.

v. Von Verbindung deſſelben.

I. Anbelangend den Unterſcheid dieſes Pfropffens zwiſchen dieRinde/ ſo iſt zu wiſſen/ daß ſolches auff eine andere Weiſe geſchiehet/ undwird das Pfropff⸗Reiß nicht in den Spalt deß Stammes/ ſondern zwiſchendas Holtz und des Stammes Rinden geſtecket/ welches die Frantzoſen dieCron⸗Pfropffung nennen/ weiln man zwey/ drey/ oder auch vier Pfropff⸗Reiſeauff dieſe Art in die Blatte des abgeſchittenen Stammes ſetzet/ wie in der Fig. 2Num. III. zu ſehen iſt..

II. Betreffend die Erwaͤhlung des Pfropffſtamms /ſo ſolle hierzu nichtein gar junger/ ſondern ſchon umb etwas erſtarckter Stamm ſolcher Geſtaltgenommen werden/ damit man auff die abgeſchnittene Blatte von zwey bißdrey/ auffs hoͤchſte auff vier Pfropff Reiſer ſetzen koͤnne.

III. Die Zurichtung/ wie auch Erwaͤhlung des Pfropff⸗Beiſesanbelangend/ ſo ſolle der Meyer fleiſſig achtung geben/ ob des Reiſſes gantzerJahr⸗ Trieb unverletzt/ ſauber und gruͤn ſeye: Dann/ wann ſelbiger Wind.duͤrr/ oder ſonſten mangelhaft/ ſo dienet er nicht hierzu.

Man erwaͤhlet demnach ohngefehr in der Mitte des Jahr⸗Triebs einAug/ und ſchneidet unter demſelbigen mit einem Feder⸗Meſſer/ jedoch nichtgar biß auf das Marck ein/ faͤhret hernach eines Gliedes lang ohngefehr mit die-ſem Schnitt abwarts/ nur auff der einen Seite/ und durchſchneidet am En-de dieſes Schnitts auch das Marck/ nemlich alſo/ daß das PfroffReiß all-gemach unten zugeſpitzet werde/ wie in der Fig. Q bey Num. II. zu ſehen/ ſcheletdemnach ferner auff der andern Seiten des Zweiges oder Pfropff·Reiß die brau-ne oder graut aͤuſſerſte Rinde ſolcher Geſtalt geſchwind ab/ day das gruͤneHaͤutlein darunter nicht verletzet oder das abgezogen werden moͤchte.

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