lein hinweg geſchnitten werden/ dann ſo man dieſes unterlaͤſſet/ ſo verdirbt derStamm ſamt dem darauff gepfropfften.
2. Die Arbeit und Wartung betreffend/ ſo hat man ferner in acht zunehmen/ wann die Pfropff⸗Reißlein junges Holtz bekommen/ und anfangen et-wan eins halben oder gantzen Glieds lang außzutreiben/ ſo iſt ſolches ein Anzei-gung/ daß ſolch eingeſetztes Pfropff⸗Reiß in dem Stam angewachſen: Wannman nun dieſes ſiehet/ ſo ſolle man die Verbindung auffloͤſen/ den Stamm abermit heag oder Laimen verſtreichen/ und alſo dem wachſenden Zweig Lufftmachen.
Nota. Wann der gepfropffte Zweig verdorben/ und nicht treiben kan/ ſo ſol-le man die Neben⸗Schoͤßlein am Pfropff· Stamm unabgebrochenſtehen laſſen/ damit der Stock ſich wieder erhole/ und ferner gebrauchetwerden koͤnne.
Demnach man nun das Gebaͤnd aufgeloͤſet/ und das gepfropffte Reißnach und nach in die Hoͤhe treibet/ alſo wegen ſeiner Zaͤrte vom Wind undDaraufſitzen der Voͤgel leichtlich Schaden nehmen kan/ ſolle man/ dieſem vor-zukommen/ ein Staͤblein ohngefehrer Laͤnge/ in der Dicke einer gemeinen Spiß-Ruthen/ mit Baſt an dem Pfropff⸗Stamm anbinden/ hernach auch das auf-geſchoſſene Reißlein in der Mitte gelind/ ebenmaͤſſig mit Baſt an das Staͤb-lein anhefften/ damit es ohne Verhinderung und Schaden neben beſagtemStaͤblein fein ſerne aufwachſen und uͤberſich dringen moͤge.
Dieſe beſagte Wartung iſt mehrentheils von der Pfropffung in den
Spalt und zwiſchen die Rinde zu verſtehen.
Ferner hat der ſleiſſige Gartner folgendes Jahr/ anfaͤnglich im Mertz/ dasBaumwachs/ oder den verſtrichenen Laimen allenthalben hinweg zu thun/ da-mit man alſo ſehen koͤnne/ wie die Pfropff⸗Reiſer voriges Jahr uͤber gewachſen:Dafern nun das Holtz deß neuen Pfropff⸗Reiſes zwiſchen der Rinde und demPfropff⸗Stamm herfuͤr komt/ ſobeſtreicht man des Stammes Blatte nur mitein wenig Laimen/ damit es fuͤr der Sonnen Hitze beſchutzet/ und alſo ferner fort-wachſen moͤge.
Im Fallaber der neue Pfropff Reiß kein neues Holtz getrieben/ und derStamm biß an das Reiß durr befunden wird/ jedoch aber das Reiß ein we-nig angewachſen iſt/ ſo muß man demſelbigen nachfolgender Geſtalt helffen;Des Stammes duͤrre Blatten ſchneidet man ſo lange nach der Schraͤgeneben dem Pfropff· Reiß/ hinabwarts hinweg/ biß daß man das fhiſche odergruͤn Holtz deß Stocks antrifft/ und dieſes auf beyden Seiten deß Stocks;verſtreichet hernach das friſche Holtz wiederumb fleiſſig mit dem Pfropff-Wachs/ oder Laimen und bindet das Reiß(dafern es noch ſchwach und zartiſt) wieder/ wie oben gelehtt/ an ein Staͤblein/ ſo wird alsdann weeder eine
Yh ij neue