Nebenbuhler waren , bestand Italien unter diesem Na-men nur noch auf der Karte.
Der gute Viktor Amadäus III. herrschte über Pie-mont ; die Verheirathung seiner beyden Töchter andie Brüder Ludwigs XVI., die Erben des Thrones,fesselte ihn eben so sehr, als seine Lage, an das Hausder Bourbons. Englische Subsidien, die Furcht vorunsern Lehrsätzen und seine Familien-Verbindungenhatten ihn in die Koalition hineingezogen; allein all-gemein mifsfiel in Turin der östreichische Einflufs,und sein Minister, Damian von Priocca, hätte, so er-geben er auch dem Wiener-Kahinete war, nichts sehn-licher, als eine gute Gelegenheit gewünscht, um sichaus einem Kampfe zu ziehen, in welchem, leicht er-sichtlich, nichts zu gewinnen war. Was hätte auch,wenn die Koalition siegte, der König von Sardinienzu holFen gehabt? Hätte er französische Provinzenvon den Prinzen seiner Familie verlangen sollen?Wenn aber dagegen die Koalition unterlag, setzte ersich nicht dem Verluste seiner Staaten aus? Seitdem ,Spanien, der unwiderstehlichen Gewalt der National-interessen nachgebend, sich uns genähert hatte, mufsteman annehmen, dafs Piemont, sobald es mit Sicher-heit geschehen konnte, ein Gleiches thun würde.
Zwey Versuche schon waren von dem Wohlfahrts-Aussphufse und dem Direktorium gemacht Worden, Pie-mont aus seiner Verbindung zu ziehen; der letzte be-sonders, durch Spaniens Vermittlung unterstützt, hatteEindruck auf den Monarchen gemacht, und die Zu-sammenberufung eines Rathes veranlafst, in welchemdie Frage wegen eines Separatfriedens verhandelt wur-de. Dem Marquis von Silva, einem ausgezeichnetenKriegsmanne, gelang es beynahe, den Rath durch dieauf eine vortreffliche Art von ihm entwickelten Gründe