neu Ersatz für das eine oder das andere dieser Länderanzubieten haben. Gab Venedig uns gegründete Ursa-chen zur Unzufriedenheit , so bot es sieh selbst unsernpolitischen Kombinationen und unsern Streichen zu-gleich als Schlacht-Opfer dar.
Venedig’s Joch drückte weniger schwer auf dasVolk i als auf die Ehre und das Ansehen der vorneh-meren Klassen. Es giebt keine thörichtere Herrschaft,als die einer einzelnen Stadt über eine ganze Nation,aufser wenn diese Stadt den Vornehmeren des Landeseinen angemessenen Theil an der Regierung einräumt.In diesem Falle ist es dann nicht mehr eine verhafsteOligarchie, wie die von Bern und von Venedig, son-dern eine Aristokratie, wie sie zu Rom bestand, alsmau den Lateinern das Bürgerrecht bewilligt hatte,mit einem Worte, die einzige vernünftige Form einerRepublik.
Hätte der Senat zur rechten Zeit dreyfsig neue.Senatoren-Stellen an gute Familien von Brescia, Ber-gamo, Verona, Vicenza, Padua und Treviso ertheilt,so würden wir bey dem Volke der Terraferma keinenKredit gefunden haben. Statt das Unwetter durch einekluge Vergünstigung zu entfernen, wollte er lieberwüthen; er hetzte die Bauern aus den Gebirgen vonSalo gegen Brescia auf, und liefs sie durch den Gene-ral Fioravanti unterstützen. Es kam zum Handgemenge.Salo wurde durch die Feinde genommen, und durchdie von unsern Soldaten und den Cisalpinern unter-stützten Patrioten wie der genommen. Zu gleicher Zeitbewaffnete der Senat acht bis zehntausend Slavonier,verstärkte seine Landmacht, und rüstete eine furcht-bare Flottille zur Vertheidigung der Lagunen aus.
In unserer Lage mufsten wir Venedig auf unsereSeite bringen, oder es unschädlich machen. Der Senat