Band 
Erster Band.
Seite
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selbst der römische Freyheitsruf vernehmen, der seitRienzi’s berühmter Verschwörung nicht mehr in derNühe des Kapitol’s erschallt hatte. Das Volk ver-sammelte sich auf dem Forum nach dem Beyspieleseiner ruhmvollen Vorfahren, verfafste seinen Befrey-ungs-Akt, und rief seine Konsuln, einen Senat undTribunen aus. Es war diese Parodie des Rüms derScipionen immer etwas lächerlich. Allein jene magi-schen Worte ergriffen die Gemüt her des übrigen Eu-rapa’s, und wenn das Direktorium geschickter und inder Wahl seiner Agenten besser berathen gewesenwäre, so hätte es ungeheure Vortheile hieraus ziehenkönnen.

Berthier, dem Wunsche des Volkes sich fügend,zog an der Spitze seiner Grenadiere auf’s -Kapitolund verkündete daselbst die Anerkennung der römi-schen Republik. Dem Papste blieb nichts anderesmehr übrig, als abzudanken. Ganz besonders scbmerz-

j ) Haufen von Soldaten lind Patrioten begleiteten diesen Auf-zug, indem sie eine ziemlich merkwürdige Hymn£*nach derMelodie des Abschieds dabey absangen: der Stempel ih-rer Zeit ist ihr zu sehr aufgedrückt, als dafs wir sie nichthieher setzen sollten:

„Römer, erhebe die Augen! hier stand das Kapitol,

„Und diese Brücke ist des Codes Brücke;

„Mit Scävola’s Äsche sind diese Kohlen bedeckt;

,,Unter diesen Cypressen sch ummert Lucretia.

„Hier opferte Brutus seine eig’nen Sühne;

„Da warf sich Curtius in den Schlund;

.„Und dort an jener andern Steile

„Traf Cassius Dolch den grofsen Cäsar.

„Es ruft die Freyheit dich, o Rom!

„Brich deine Fesseln, wag’s, dich zu befrey’h;

„Für sie nur mufs der Römer leben,

„Und sterben mufs der Römer auch für sie! —