Band 
Erster Band.
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ten Zustande Indien’s zu jener Zeit erfordert, so müs-sen die Mittel hiezu etwas weiter hergeholt werden.

Der tatarische Fürst, Aureng-Zeb, ZeitgenosseLudwigs XIV., erweiterte die. Eroberungen seiner Vor-gänger, und gründete mitten in Indien das mogoli-sche Reich , dessen Bevölkerung sich auf nicht weni-ger als fünfzig Millionen belief. Dieses Reich , dasein Einkommen von neunhundert Millionen hatteund im Stande war, achtmalhunderttausend Mann aufdie Beine zu bringen , war in eine grolse Menge Pro-vinzen getheilt, welche durch Subob’s und Nabob’sverwaltet wurden.

Im Jahr 1707 starb dieser Eroberer , und so er-bärmlich ist der Zustand jener despotischen Dynastiendes Orients., dafs, nach kaum verflossenen 40 Jahren,Aureng - Zehs Nachfolger , von einer Seite durch ihreVasallen bekriegt, von der andern durch die Perserunter dem furchtbaren Thamas Kuli-Khan angegrif-fen, und geneckt von den Marat.ten , sich genöthigtsahen, den Schutz der Europäer mit dem Versprechenanzuflehen, ihnen einige Provinzen dafür abtreten zuwollen.

Es würde schwer se.yn , eine befriedigende Schil-derung der Staats - Umwälzungen, die während derletzten fünfzig Jahre auf der Halbinsel des Ganges aufeinander folgten, zu entwerfen; diese Revolutionenführen ein ganz besonderes Gepräge, und scheinenmehr den arabischen Mihrchen, als der Geschichteanzugehören, Die Erhellung oder der Fall einer Men-ge von kleinen Despoten hatte alle Augenblicke dieVeränderung der Gränzen der Staaten zur Folge; al-lein hinreichend für unsern Zweck wird es seyn, wennman aus all? diesen Zersplitterungen ein Ganzes derHauptbegebenheiten aushebt, um eine Uebersicht von