Band 
Erster Band.
Seite
251
JPEG-Download
 

251

stus sey nicht von dieser Welt. Im. zehnten , eilftenund zwölften Jahrhunderte hatten, wie wir schon obenbemerkten, die Lehrsätze des Islamismus in Syrienden Kreuzfahrern ungeheure Schwierigkeiten in denWeg gelegt, weil der Krieg, da die Religion dessenGegenstand war , in einen Vertilgungskrieg ausartete,der Europa Millionen von Menschen kostete. Hätteein ähnlicher Geist die Egyptier im Jahr 1798 be-seelt, so wären wir verloren gewesen ; meine kleineArmee, welche kein Fanatismus begeisterte und die diesesLandes schon überdrüfsig war, hätte einer Volksmen-ge von mehreren Millionen erbitterter Türken keinesechs Monate widerstehen können. Zum Glücke füruns hatten die Vorschriften des Koran’s durch dieimmerwährenden Handels -Verhältnisse der Egyptiermit Europa von ihrem Einflüsse verloren. Fand auchnoch Hafs Statt, so war er doch nicht mehr auf denGrad von Fanatismus gesteigert, wie im sechzehntenJahrhunderte. Ich verzweifelte demnach nicht , dieIman’s , Mufti’s , Ulema’s und alle Diener der muha-medanischen Religion auf meine Seite zu bringen.Die französische Armee war seit der Revolution fürjede Art von Gottesdienst gleichgültig ; seihst in Ita-lien besuchte sie die Kirchen nie. Diesen Umstandmachte ich dazu geltend, um die Muselmanen zuüberreden, meine Soldaten seyen lauter Cenophiten,entschlossen , die muhamedanische Religion zu er-greifen. Die Christen der verschiedenen Kirchen, innicht unbedeutender Menge, wollten unsere Anwesen-heit benützen , um sich den ihrem Gottesdienste auf-erlegten Beschränkungen zu entziehen ; hiegegensetzte ich mich, und trug vielmehr dafür Sorge, dieReligionssachen auf ihrem gegenwärtigem Fufse zuerhalten. Alle Tage, mit Sonnenaufgang, begaben