Band 
Erster Band.
Seite
271
JPEG-Download
 

27E

und Mäfsigung ausgesprochen , so wäre das Direkto-i'ium genöthigt gewesen , die seit dem Frieden wider»rechtlich besetzten Gebiete zu räumen — und das Wie-ner Kabinet, seine Ansprüche zu mäfsigen.

So geneigt Oestreicli seiner Seits zu Erfüllung«seiner Verbindlichkeiten war, so konnte es sich dochdie Nothwendigkeit nicht verhehlen, dafs für diekünftigen Verhältnisse der vier grofsen Mächte gegeneinander Grundlagen festgestellt werden müfsten. Esselbst konnte nur dabey gewinnen ; denn im Fall mannicht übereinkam, sah es hlofs glückliche Wechsel-fälle für seine Waffen voraus.

Die Kunde von der Niederlage bey Abukir undvon der Kriegserklärung der Pforte gegen Frankreichwar dem Wiener Kabinete Beweises genug, dafs eshlofs von ihm abhänge , in einem neuen Kriege Ita-lien , dessen Loos noch einmal in seine Hände gelegtzu seyn schien, wieder zu erobern. Zwar konnte manwohl hunderttausend Franzosen von den Alpen bis zurTiber daseihst annehnien ; allein diese Armee, ohneKriegsgeräthe , durch die Sorglosigkeit und Vergeu-dung der Verwaltungs - Beamten der äufsersten Nothpreisgegehen, und noch dazu genöthigt, sich , wolltesie ihre Eroberungen decken, weit zu zerstreuen,schien nicht im Stande, mit Vortheil einen Feldzugunternehmen zu können. Ueberdiefs hatten die ge-gen das cisalpinische Direktorium begangenen will-kührlichen Handlungen und der von Trouve und Bru-ne gegen die Magistraten einer Republik, die unab-hängig seyn sollte , nach einander ausgeübte Despo-tismus auch die noch so sehr für Frankreich gestimmtgewesenen Lombarden unzufrieden gemacht, währendzu gleicher Zeit der Hafs von Oestreich’s Anhängerndadurch verdoppelt wurde. Brune war zwar vom Di-