Band 
Erster Band.
Seite
299
JPEG-Download
 

299

dieser Stadt, so wie die von Ferrara und Peschieraergänzt hatte, zog er sich hinter die Chiesa zurück.

Der Rückzug der Donau-Armee zog jenen der klei-nen Observations - Armee unter Bernadotte, welchereinige Bomben nach Philippsburg geworfen hatte, nachsich. Zu derselben Zeit nahm das Direktorium dieAbdankung Jourdan’s an, und vereinigte dessen Trup-pen und die Bernadotte’s unter Massena’s Befehle.

Dieser unglückliche Anfang belehrte die eingebildetenDirektoren über die grofse Ungereimtheit ihres Planes.Sie hatten den Krieg, ohne die Mittel dazu vorberei-tet zu haben, in der völligen Ueberzeugung angefan-gen, dafs hundertundzwanzigtausend zerstreutliegendeFranzosen hinreichen würden, zweymalhunderttausendOestreicher zu besiegen, welche bey weitem mehr con-centrirt waren. Dieser ungleiche Kampf war übri-gens nicht ohne Ruhm für die Generale und Soldatender Republik; und man weifs wirklich nicht, soll mansich mehr über die Verwegenheit der französischen Re-gierung , oder über die unbegreifliche Aengstliclikeifcdes Hofkriegsraths verwundern, welcher seine erstenVortheile so wenig zu benützen verstand. Der Schre-cken, welchen ein so unerwartetes Ereignifs veranlag-te, wurde alsbald durcdt die tragische Entwicklung desendlosen Rastadter-Kongresses verdrängt. Bey seinem.Eintritte in Schwaben hatte Jourdan Rastadt als neu-trale Stadt erklärt und dem Kongresse eine Schutzwa-che gegeben. Dieser Umstand begünstigte die Absich-ten Frankreichs, welches die Reichsfürsten von derVerbindung mit Oestreich abziehen wollte: und schonversprach die Wendung, welche die Unterhandlungengenommen hatten, dem Direktorium einen vollständi-gen Erfolg, als plötzlich durch die Schlacht von Stockachund den Rückzug der Donau-Armee sich die diplomati-