Band 
Erster Band.
Seite
308
JPEG-Download
 

3ö8

endlich am 27. May bey SchaiFhausen den Rhein über-schritten. Hotze gieng bey Chur über diesen Flufs.Massena, der sich hinter die Thur gezogen hatte undwohl einsah , dafs er die Vereinigung dieser beydenKorps verhindern müsse, griff das von Hotze beyFrauenfeld an und trug einen theilweisen Vorlheildavon; dem ungeachtet aber hielt er es für räthlich,sich, zwey Tage später , auf Zürich zurückzuziehen.Diese Stadt ist mit einer sehr dicken, mit Bollwerkenversehenen Mauer umgeben ; ihrer Mittagsseite oder derkleinen Stadt dient die Limat, welche reifsend ausdem See stürzt, als Graben; gegen Norden ist dieSitadt von dem Zürichberg beherrscht, und trotz derguten Deckung ihrer Werke konnte diese Seite dochnicht lange widerstehen. Massena hatte auf diesemBerge ein ausgedehntes verschanztes Lager absteekenlassen, um seine und die Verteidigung der Hochebenevon Hong in Verbindung zu bringen. Der Erzherzogwollte ihn am 6» Juny angreifen und that es auch,aber ohne Erfolg; jedoch gelang es einer östreichi-schen Kolonne, sich unbemerkt längs des See’s bis andas Thor zu schleichen; sie ward für diese Verwe-genheit bestraft. Massena’s Lage war immerhin sehrmifslich. Beym Anzuge der Oestreicher hatten sä'mmt-liche Bergbewohner von Graubündlen, von den klei-nen Kantonen und von Wallis zu den Waffen gegrif-fen. Die Fortschritte der Aliiirten in Italien bedroh-ten den Simplon und den St. Bernhard; der St. Gott-hard wird genommen , und Lecourhe bis auf Schwitzund Altdorf zurückgedrängt. Es wäre unklug gewe-sen , eine Armee aufzuopfern, um Zürich, mit einemDefilee im Piücken, zu halten. Massena zog den Al-bis, ein steiles Gebirge, welches die Limat und denSee von Bruck bis Utzuach begrenzt, als Vertheidi-