Band 
Zweyter Band.
Seite
208
JPEG-Download
 

Völker und die Weihe der Kirche. Meine zum Herri-schen berufene Familie durfte nicht auf gleicher Stufemit der übrigen Gesellschaft verbleiben; es wäre diefsein Widerspruch gewesen.

Wir waren reich an Eroberungen; auf’s innigstemufsten die eroberten Staaten dem Systeme des Kai-serreichs angepafst werden, wenn die Wage des Fest-landes sich auf seine Seite neigen sollte. Es ist eineparadoxe Behauptung, es gäbe keine andere Bandezwischen den Völkern, als die der sie gemeinschaftilieh berührenden Interessen. Die Geschichte ist vollvon Beyspielen des Gegentheils; sie wimmelt von Ver-trägen, die blos im Interesse der Herrscher-.Familienabgeschlossen sind. Ein sehr grofses Unglück ist esallerdings, wenn das Gesammt - Interesse des Volkesnicht auch das seiner Regenten ist; allein darum istdiefs denn doch nichts Neues: wie viele Fürsten undsogar Republiken haben nicht Bündnisse eingegangen,die gegen das wohlverstandene Interesse ihres Landeswaren? Die Seefreyheit, nach welcher ich trachtete,hätte freylich im Wunsche aller Staaten > besondersderer liegen sollen, die Küstenland besafsen; alleindie kleineren derselben legten keinen hinlänglichenWerth anf eine so weit aussebende Hoffnung, um sicheine gänzliche Beraubung ihres Handels tür zwanzigJahre gefallen zu lassen. Unter diesem Gesichtspunktevertrug sich sowohl ihr augenblickliches Interesse, alsdas ihrer regierenden Dynastien durchaus nicht mitunsern Planen, welche keine weiteren Verbindungenderselben mit England zuiiefsen. Nicht in meinerGewalt lag es, hiebey eine Aenderung eintreten zu las-sen; allein es war schon viel, dafs ich, statt als Feinddie Verwaltung fortzufuhren , eine Regierung einsetzte,welcher daran liegen mufste, mit uns gemeinsehaflli-