j Als ich mich zum Uebergange entschlofs, hatte
j sich die feindliche Armee noch nicht in der GegendJ von Wien blicken lassen, oder wenn sie sich, ohnei dafs ich es wub-te, dennoch schon da befand, so war
f sie wenigstens nicht ih der Verfassung, den Uebergaugverhindern zu können. Einige Tage später würde sieStellungen bezogen und befestigt haben, welche dieAufgabe viel schwieriger machten. Der Uebergangs-| punkte sind nur wenige; sie sind gut bekannt, und der
I Uebergang über einen 2—300 Ruthen breiten Fluls imAngesichte von 100,000 Mann, auf dem rechten Platzeaufgestellt, ist keine so leichte Aufgabe. Ich beeiltemich, die sich darbietende, und später sich vielleichtnicht mehr findende Gelegenheit zu benützen, und un-geachtet der Art von Unfall, der daraus erfolgte, er-reichte ich doch theilweise meinen Zweck, indem ichüber drey Viertheile des Flusses setzte, und mich ei-nes WalFeuplatzes bemächtigte, der mir später bey demUebergange über den letzten Arm von grofsem Nutzenwar.
Mein Entschlufs, sowie meine Beweggründe dazu,fanden bey meinen Tadlern keine Würdigung: diefswundert mich nicht; sie haben sie nach ihrem Maafs,,stabe gemessen. — Kehren wir zu der Ausführung die-ses kühnen Planes zurück.
Von allen Kriegs-Operationen ist keine so gewagt,keine so schwierig, als der Uebergaug Uber einen be-deutenden Flufs im Angesichte des Feindes. Es ist be-kannt, welchen Lärmen man von den Rhein-Uebergän-gen bey Tollhuis und Kehl gemacht hat; und dochhatte Ludwig XIV nur 7—8-000 Holländer und Moreaubey Kehl nur eine Brigade Kreistruppen gegen sich.Die zwey Uebergange, welche vvir bey der Lobau aus-führten , werden wahrscheinlich die berühmtesten iuv