der Militärgeschichte des grofsen Jahrhunderts bleiben.Wenn man bedenkt, welcher Mühe, welcher Vorsicht,welcher Materialien man zu einem solchen Unterneh-men bedarf, wie viele Umstande nothwendig Zusammen-treffen müssen, wenn es gelingen soll, welche Uebel-st.ande durch die geringste Storung von Seiten des Fein-des entstehen können, so mufs man erstaunen, wie esnur je gelingen möge. Dessenungeachtet geschieht es,höchst sonderbarer und nicht zu erklärender Weise,dai's diese schwierigste Kriegs - Operation beynahe im-mer gelingt. Aber auch ein wirksamer Widerstand ge-gen dieselbe ist höchst schwierig, besonders, wenn sichgrofse Seiten - Kommunikationen mit dem Flusse vor-finden. Friedrich der Grofse nahm an, dafs der Ueber-gang über einen Flufs auf 20 Stunden seines Laufesnicht Zu vertheidigen sey; man mufs den Uebergangzulassen und seine Streitkräfte zum Gefechte zusam-menziehen, oder sich zerstreuen, um Alles zu decken.Je beträchtlicher die Armeen sind, um desto leichterist dennoch die Vertheidigung; wenn die Armee-Ab-theilungen aus Korps von 25,000, Mann, mit 100 Kano-nen versehen, bestehen, so wird eine Ueberrumplungder Uebergangspunkte bey weitem schwieriger.
D ie Donau läuft von Schärding bis auf 2 Stundenvon Wien in einer mehr oder weniger engen, durch dieböhmischen und bayrischen oder österreichischen Ge-birge gebildeten Schlucht; über das Dorf Nufsdorfaber hinaus dehnen sich ihre Wellen aus, als ob sie sichwegen des Zwanges, in welchem sie bis dahin gehaltenwurden, rächen wollten; sie krümmen sich und bildenin einem grofsen Bett eine Menge von Inseln, von deneneinige, besonders die Lobau, bedeutend sind. MehrereUebergangspunkte bietet die Umgegend von Wien; al-lein ein geübtes Auge egkennt schon bey dem ersten