vorauszusehen. Nie hatte man etwas Aehnliches er-lebt. Die Rhein-, Sambre-, Maafs- und Donau-Ar-meen hatten wohl auch Uebergänge bey Tagesanbruchüberrumpelt, sich den ganzen Tag geschlagen, um denBau ihrer Brücken zu sichern, der gewöhnlich bis zurfolgenden Nacht datierte, und selten früher als amzweyten Tage hatte man festen Fufs auf dem entgegen-gesetzten Ufer gewonnen; hier gicbt eine furchtbareArmee mit einem unermefsliehen Material von Linz,Wien, Prefsburg, St. Pulten herkommend, sich dasRend ezvous auf der Lobau, geht, trotz der furchtbarenNacht, durch mehrere Defileen, über mehrere Inseln,schlügt sechs Brücken , und steht Morgens schon ganzfertig, den Feind zu empfangen, wenn er sich zu zei-gen wagt. Eine hewundernsvvertlie Operation , die alleauf frühere Erfahrungen gegründete Berechnungen zuSchanden machen mufste, und unsern Erfolg begründete.
Dieser grofsen Geschwindigkeit hatten wir es zudanken, dafs der Erzherzog, statt gleich Morgens in derNähe von unsern Brücken über uns herzufallen , sichAbends zur Annahme einer Defensiv-Schlacht genöthigtsah. Seine Armee war ungefähr eben so stark, wiedie unsrige; allein da der Erzherzog Johann und derFürst Reufs detaehirt waren, so nahmen gegen 40000Mann keinen Theil am Gefechte. Am ijten, um 2 Uhr,wo Koliowrath sich noch hinter dem Bisamberge be-fand , hatte der Erzherzog aufser Rienau, Bellegarde,Hohenzollern und seinen Grenadier - Reserven, Nichtsum Gerasdorf herum bey sich r ). Den 4ten Abendshatte er einen Kurier nach Prefsburg abgeschickt, der denErzherzog Johann mit seinen 20,000 Mann lierbeyrufen
l) Er hatte auch noch Rosenberg; allein dieser befand sich wei-ter links, zwey Stunden vom Haupttreffen,