254
trächtlicheu Armee aussprengten. Es herrschte allge-meine Bewegung. Nachdem sie auf solche Weise dieAnkunft jener Expedition, die seither aber in Antwer-pen an’s Land gieng, zugesagt hatten, landeten endlich2— 3,000 Mann an der Küste zwischen Cuxhaven undBremerlee. Osnabrück und Hannover standen im Ver-trauen auf ihre Versprechungen theilweise auf. Hatten,einen Monat früher 10,000 Mann gelandet, so wärediefs von nicht zu berechnenden Folgen gewesen.
Der Herzog von Braunschweig entschlofs sich dem-nn<h, von Freyburg aufzubrechen, um die Küste zu er-reichen und sich mit den Engländern zu vereinigen.D ieses Vorhaben, obgleich durch den Geist jener Lan-der und durch die Nachbarschaft Preufsen’s, wo er imäufsersten Falle einen Zufluchtsort für seine Persongefunden haben würde, begünstigt, war dessenungeach-tet kühn; es wurde mit Energie iu’s Werk gesetzt.An der Spitze von 3,000 zu Allem entschlossenen Aben-theurern zieht der Bürst durch Leipzig, und schlagtdie Strafse nach Halberstadt ein; die holländischenund westphälischen Truppen hatten sich gegen Nordenzerstreut, um jene Gegenden und besonders das Küsten-land zu beobachten und im Zaume zu halten, ln letzt-genannter Stadt befand sich nur ein westphiilischesRegiment unter dem Befehl des Grofs- Marschalls desKonig’s Hieronymus, eines vormaligen See - Offiziers ,der mehr Muth als Erfahrung besafs. Der Herzog,ohne sich lange zu besinnen, greift ihn, sowie er ihnansichtig wird, an. Nach einem ehrenvollen Gefechte,das bis Tagesanbruch wahrte, gerieth Meyronet, selbstverwundet, mit dem Reste seines Regiments in Gefan-genschaft: ein Theil desselben tritt, nachdem es sichvorher tapfer geschlagen hatte, in die Reihen der In-surgenten über. Auf die Nachricht von dieser Nieder-