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ihrer Armee zur Mode wurde. Man glaubte, die Tür-ken mit Sturmleitern uud Carres besiegen zu können.Jene Erstürmungen auf Leitern, oft nicht gut geführt,und immer zu frühzeitig, kosteten unermeßlich vielLeute: vermittelst hundert Fälschen Pulver und acht-tägigen unterirdischen Krieges , hätte man sich dieseVerluste erspart, indem man die erbärmlichen Werkeder Türken sprengte und sich durch Minen Breschenzum Sturme eröifhete, was etwas ganz anderes ist,als einen Festplatz gleich nach dessen erster Recognos-cirung auf Leitern erstürmen zu wollen.
Die Armee zog mit 125 Bataillons, 95 Schwa-dronen und 10)003 Kosaken in’s Feld. Prosorowskybeschlofs, zuerst Brailow zu belagern, und währenddie Anstalten hiezu getroffen wurden, liefs er einenLeiter-Sturm auf Glurgewo unternehmen. Dieser vonden Oesterreichern erbaute Festplatz hat eine mit Ba-steyen versehene Umwallung, die blofs vermittelstschweren Geschützes genommen werden kann. DerLeitern-Sturm wurde schlecht ausgeführt und abge-schlagen; die Russen verloren dabey 2 — 3,000 Mann,wurden aber darum nicht klüger.
Nun liefs der Marschall Brailow auf dem linkenD onau-Ufer berennen, und es durch unzureichende Ar-tillerie beschiessen. Bey der fortwährenden Kommu-nikation des Festplatzes mit dem rechten Donau-Uferglaubte man, seine Unterwerfung würde zu viel Zeit ko-sten, und schritt, um schneller fertig zu werden, auf’sNeue zum Leitern-Sturm. Nachdem man 3 — 4,000Mann unnöthig aufgeopfert hatte, mufste man endlichauf ein vernünftigeres System zuriickkommen.
Voll Verdrufs gab Prosorowsky die Belagerungauf, und verkündete laut, er wolle, um diesen Schimpfabzuwaschen, mit 40,000 Mann über die Donau gehen.