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Dritter Band.
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wurden jedoch Unterhandlungen wegen der GrofsfürstinAnna eingeleitet: ein Hindernifs stand hier im Wege;es bestand in der Errichtung einer russischen Kapellein den Tuillerien: eine Bedingung, von welcher dasSt. Petersburger Kabinet nicht abgehen wollte. Ichwar damals mit dem Clerus im Streite, und wiewohlich kein Orthodox war, so liebte ich doch religiöseZänkereyen nicht. Ueberdiefs begehrte man auch Auf-schub von mir, da die Prinzessin noch so sehr jungsey, und die Kaiserin Mutter so grofsen Widerwillengegen diese Heyrath bezeige: diefs war hinreichend,um meine Wahl auf eine österreichische Prinzessinhinzuleiten.

Die Aufgabe war kitzlich und verwickelt; von ih-rer Lösung hieng vielleicht unsere Zukunft ab. DieHauptfrage bestand darin , zu wissen, ob eine grofse,entfernte Macht, mit welcher kein Streit wegen un-mittelbarer Interessen obwaltet, nicht ein sichererer undnützlicherer Bundesgenofse sey, als eine angränzendeMacht. Diese Frage scheint nicht schwer zu beant-worten. Geht man darauf aus, sich zu vergröfsern,so ist ein angrenzender Bundesgenosse eher hindernd,als hülfeleistend; ein entfernter Bundesgenosse ist hiervorzuziehen. Wenn es dagegen blofs darum zu thunist, das Bestehende zu erhalten, so scheint der Nach-bar passender als Bundesgenofse, weil er unsere eigeneGränze deckt, und unsere Armeen sich zu gemeinschaft-licher Sache mit den seinigen verbinden können. Alleindiese allgemeinen, politischen Axiome waren andern ebenso gewichtigen Kombinationen untergeordnet: die erstedavon bestand darin, dafs wir Oesterreich geschlagenund bedeutend geschwächt hatten, und dafs Rufslandim Gegentheile vermöge seiner Verhältnisse mit unsFinnland, Bialystock und Tarnopol gewonnen hatte.