Band 
Dritter Band.
Seite
358
JPEG-Download
 

358

so wie ich jenseits der Pyrenäen den Kriegbegonnen hätte, über das Herzogthum War-schau her fallen, und Preufsen und ganzNord-Deutschland mit sich fortreis sen. Eswar diefs seine Aufgabe; an seiner Stelle hätte ichkeinen Augenblick gezaudert, es zu thun. Es war umso natürlicher, anzunehmen, er würde die Gelegenheitnicht vorübergehen lassen, als meine Heyrath und derVertrag von Schönbrunn , Kurland Ursachen zur Un-zufriedenheit gegeben hatten, die bedeutend genug wa-ren, um alle unsere Verhältnisse zu ändern: an eineenge Verbindung zwischen uns war nicht mehr zudenken ; andererseits aber bewiesen das offene und bie-dere Verfahren des Kaiser’s Alexander zur Zeit unsererUnfälle in Spanien und die beruhigenden Berichte mei-nes Gesandten, des Herzogs von Vicenza, zur Genüge,dafs alle diese Besorgnisse blcffse Hirngespinste waren.Aber auch hievon abgesehen, so darf man nicht ver-gessen, dafs Rufsland damals in der Türkey beschäf-tigt war, und dafs, da Oesterreich sich nunmehr wie-der an mich angeschlossen hatte, Alexander wohl nichtim Stande gewesen wäre, die Ruhe des nördlichen Eu-ropa’s auf eine für ihn vortheilhafte Weise zu stören.

Der wahre Beweggrund, der mich zurückhielt, ist,dafs es zu viele Religions-Schwärmer in Spanien gab;diese Leute konnten, in der Hoffnung, dem Kriege da-durch auf die kürzeste Art ein Ende zu machen, mei-nem Leben nachstellen. Ferner, da dieser Krieg voneinem Ende der Halbinsel zum andern durch verschie-dene Armeen geführt werden mufste, und die Kommu-nikationen daselbst beynahe unmöglich waren, so hätteich das Ganze nicht selbst auf einmal leiten können;meine Lieutenants aber besafsen Fähigkeit genug, umeine Armee zu führen; sie bewiesen es wenigstens