49
ins Reich geführt worden, schon ansehnliche Abtretungenzugefallen, in Folge unerträglicher Gewaltthaten; mußteman nicht darauf denken, das Verlorene wiederzugewin-nen? Das Ansehen des deutschen Namens mußte gegensie aufrecht erhalten oder vielmehr erst hergestellt wer-den. So gesellte sich dem Interesse des Landesfürstcn-thums und der Religion ein gemeindeutsches hinzu, wel-ches die Schärfe des ersteren milderte. Wie die Verfas-sung des deutschen Reiches damals geworden, so gestat-tete sie ein selbständiges Ergreifen und Verfolgen beiderGesichtspuncte: man mußte nur im Stande sein, es miteigener Macht zu unternehmen.
Dazu aber gehörte für Brandenburg vor allem an-dern, daß die vereinigten Landschaften nicht mehr vonfremden Gewalten abhingen, wie das in so hohem Gradeder Fall war, so lange das Herzogthum Preußen eineProvinz von Polen ausmachte.
Als die noch nicht durch große Unfälle gczügeltenSchweden im Jahre 1654 den nur unterbrochenen Krieggegen die Krone Polen wieder aufnahmen, Anfangs mitunwiderstehlichem Erfolg, gericth Friedrich Wilhelm dortim Osten in eine Lage wie die, worin er ein Jahrzehendvorher in Deutschland gewesen.
Es würde uns zu tief in entlegene Verwickelungenführen, wollten wir die Politik erörtern, die er in jedemMoment dieser wcchselvollcn Ereignisse einhielt; — wieer Anfangs eine neutrale Stellung behaupten zu können
I. L