so
fürst leistet, wenn es damit zu völliger Nichtigkeit komme,auf alle jene Ansprüche Verzicht.
Wenn man dies liest, so erhebt sich die Frage, wieso die brandenburgischcn Minister nun doch ihren oft wie-derholten Erklärungen untreu wurden, und gegen wenig-bedeutende Zugeständnisse nicht allein umfassende An-sprüche und Rechte aufgaben, sondern auch Verpflichtun-gen übcmahmen, welche ihre Politik auf unabsehliche Zei-ten fesselten. Hatten sie nicht immer gesagt, es sei besser,lieber nichts anzunehmen, und die Ansprüche in ihrer gan-zen Integrität der Zukunft vorzubehalten?
Die Erklärung hicvon liegt, nach einem Aufsatz desschon damals wirksamen, später zu der Leitung der aus-wärtigen Angelegenheiten aufgestiegenen Jlgcn darin, daßden vornehmsten und in dieser Sache entschlossensten Mi-nistern dieser Vertrag gar nicht mitgetheilt worden ist.Es wurden ihnen nur die Ncbcnvcrträge vorgelegt, eineAbkunft über Hülfstruppcn gegen die Türken, auch einNeeeß über die Abtretung von Schwiebus, in welchemaber sorgfältig weggelassen war, was über die spanischeErbfolge verabredet worden'; von dem geheimen Ver-
1. Die Tractate sind: 1) ein allein anf den Türkenkrieg bezüg-licher 25 Dez. 1685, bei Pufcndorf erecrpirt, nur daß dieser die Hülfeauf öooo Mann bestimmt, die sich nur auf 7000 belaufen sollte; 2) einostensibler über Schwiebus, von» 7 Mai 1686 unterzeichnet von Frei-tag, andererseits von Grumbkow, MeinderS, Fuchs, Nhch: 3) derbei Förster gedruckte DefensionSvcrtrag vom 7 Mai, ein Auszug ari-dem gleich zu erwähnenden, mit sehr wichtigen Weglassuugen, je-doch auch einem Zusatz; 4) die eigentliche geheime Allianz vom22 März 1686 in 24 Artikeln, unterzeichnet von Freitag, und bran-dcnburgischcr Seit- nur von Fuchs, ratificirt zu Wien 8 April.