Band 
Erster Band.
Seite
242
JPEG-Download
 

242

schon vorher einem Prinzen von Sulzbach anvertraut seinmöchte. Auch der Kaiser machte sich anheischig den Kö-nig von Preußen, wenn er angegriffen werde, mit eineransehnlichen Hülfsmacht zu unterstützen.' In allen wich-tigen Angelegenheiten, namentlich den polnischen, verspracher sich mit ihm allezeit vertraulich zu vernehmen.

Dahin gelangte man zuletzt im Laufe der Ereignisse,und den mannichfaltigcn Windungen der Negotiation.

Wir berührten schon und wollen nicht wiederholenwelch ein Verdienst sich Friedrich Wilhelm damit erwarb,daß er, so militärisch die Natur seines Staates war, zwi-schen den großen Mächten, welche mit einander in Krieggerathen zu müssen schienen, den Frieden erhielt.

Eine andere Frage aber ist, ob die Politik des Kö-nigs auch in jedem Augenblicke eben die rechte war; ob ernicht zu rasch auf den Bund von Hannover eingegangenist, so daß er sich bald darauf genöthigt sah, von dem-selben zurückzutreten, ob der neue Bund mit Östreich denInteressen seines Staats ganz entsprach.

Diese Bundesgcnosscnschaft gewährte den großen Vor-theil, daß sie die stärksten deutschen Kräfte vereinigte, die

1. Dcr Tractat (23 Dez. 1728) bei Förster Friedrich Wilhelm lUrkundenbuch II, 213, freilich mich einer im Ganzen und Einzelnenincorrccten Abschrift. Die vier Artikel am Ende erscheinen im Ori-ginal als Idnicul! scciiuivUini, es folgt alsdann noch ein ^Viliculu»rcp-tt-mu,, der aus dem Wusterhauser Vertrag genommen ist. — Am3 Februar 1729 wurden die Ratifikationen ausgewechselt. Die Mi-nister drückte» ihren Wunsch aus, daß dcr Vertrag zum Ruhme Sr.Majestät und zum Vortheil des Hauses ausschlagcn möge. Der Kö-nig schrieb auf ihre Vorstellung: Gott gebe seinen Segen.