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Und fragen wir nun weiter, worauf die Erziehungdes Prinzen sich richten sollte, so ist das dreierlei.
Wie seine Gouverneure zwei ausgezeichnete Kricgs-männer sind, so soll er hauptsächlich mit Offizieren um-gehen, Begierde zu Ruhm und Bravour, Liebe zu denSoldaten fassen; man soll ihm auf das nachdrücklichsteeinprägen daß er ein verachteter Mensch wäre, wenn ernicht ein Soldat würde.
Das zweite: man soll einen guten Wirth aus ihmmachen; gegen Pracht und überflüssigen Aufwand, nochmehr gegen Spiel und jede Art der Verschwendung, sollund muß man ihm Ekel beibringen.
Endlich er soll ein guter evangelischer Christ werden.Man soll ihm den Ungrund der katholischen Lehre so starkwie möglich darlegen, von den verworfenen Seelen aber,von Arianismus, Socinianismus, auch den Meinungender Quäker ihm lieber gar nicht sprechen.
Diese religiöse Tendenz tritt besonders in einem Stun-denplan, welcher im I. 1725 vorgeschrieben wurde, undzwar mit dem übertriebenen Eifer jener Zeiten hervor.
Der Prinz soll sich früh und rasch erheben, sogleichein kleines Gebet auf den Knieen sprechen; nachdem er sich
1. Instruktion und Bestallung welche ich F. W., — meines Soh-nes des Kronprinzen verordneten Oberhofmeister und Sousgouvcr-neur meinen.Generallieutenant Graf von Finkenstein und Obristenvon Kalkstein ertheilt; abgedruckt bei Cramer: Zur Geschichte Fried-rich Wilhelms nr. 1. In einer Privatsammlung eristirt das Origi-nal, d. i. die alte Instruktion eigenhändig von Friedrich Wilhelmdurchcorrigirt (wovon mir eine Abschrift vorlag), welche seinen Sinnnoch originaler darstellt, als die übrigens (von Marschall) wohlgefaßtcUmarbeitung selbst, in der das Schroffe wieder gemildert ist.