Band 
Erster Band.
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hurtig angezogen, und in wenig Minuten Thee und Früh-stück eingenommen, wird in Gegenwart aller Diener eingroßes Gebet auf den Knieen gehalten, ein Capitel ausder Bibel gelesen, ein gutes Lied mit lauter Stimme ge-sungen; die Fcchtstunde wechselt ab mit Information inder Religion. Sonst geht der Prinz alle Morgen mit demKönig nach der Parade; Sonntags marschirt er an derSpitze seiner Compagnie mit ihm nach der Kirche. Ineiner gewissen Beziehung hiezu steht die sonderbare Formdes Unterrichts, den man ihm in der allgemeinen Ge-schichte ertheilte. Man ließ ihn das Thcatrum curopäumlesen, dessen erste Bände die Religionskriege umfassen. '

Es leuchtet ein, daß es Friedrich Wilhelm nicht aufeine freie Ausbildung angeborner Gcistesgaben, noch ausdie Aneignung allgemeiner Cultur absah: Erziehung undUnterricht hatten bei ihm ein bestimmt vorgestecktes Ziel;er wollte einen Mann aus seinem Sohne machen wieer selber einer war, und beinahe ließ es sich an, als werdees ihm mit seiner Methode gelingen.

Im Februar 1719 meldet General Finkcnstcin, derPrinz treibe seine Studien fleißig, wenn gutes Wettersei gehe er nach den Marstall, steige zu Pferde, besuche

1. Bei Cramcr S. 21 findet sich auch das »Reglement wie meinältester Sohn Friedrich seine Studie» zu Wustcrhausen halten soll.»Es muß heißen Stunden: das Datum ist 3 Sept. 1725, nicht 1721.Die Abschrist nach welcher der Druck gemacht worden, war sehr man-gelhaft. Zur Ergänzung dient: Instruktion wie mein Sohn Fr.seine Stunden soll halten zu Potsdam. Die Znstruction für dasÄoachimSthalsche Gymnasium von 1731 (Mylius I, », 251) hatmanches Ähnliche, z. B. § 11, 8 15.