Band 
Erster Band.
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Grenzen führte, so ließ sich dabei am leichtesten an einEntkommen nach dem Ausland denken.

In dem Vertrauen des Prinzen war damals an dieStelle von Kait der Lieutenant von Katte getreten, einjunger Mann von einiger Bildung, der auf dem Päda-gogium zu Halle studirt hatte, sich mit Literatur undMusik beschäftigte; was wir schriftlich von ihm übrighaben, zeigt einen gewissen Schwung des Geistes undviel jugendliche Beredsamkeit; es mag sein, daß er sichin dem Ansehen gefiel, das ihm der vertraute Umgangmit dem Kronprinzen hie und da verschaffte; mit denDingen des Lebens nahm er es überhaupt noch leicht; beiseinen Freunden galt er mehr für dreist und unbesonnen,als für klug und überlegt.

Mit diesem Freunde, der eine unendliche Hingebungzeigte, wurden nun mancherlei Pläne geschmiedet.

Katte sollte sich z. B. auf Werbung ausschicken las-sen und seinen Weg nach Obcrdeutschland nehmen: ineinem Wirthshaus bei Canstatt, wo die Straße vorüberführt, sollte er der Ankunft der königlichen Wagen war-ten; ein Diener, kenntlich an einer rothen Feder, solltedas Wahrzeichen abgeben, daß er zugegen sei; unter ei-nem oder dem andern Verwände wollte dann der Prinzabsteigen und während man ihn in dem Wirthshausglaube, mit dem Freunde und dessen Begleitern auf diebereit gehaltenen Pferde steigen und davon reiten. Soviele Gefährten sollte Katte zusammenbringen, daß man