Die Gelegenheit, die sie ergreifen wollten, war folgende.
Das letzte Nachtquartier vor Mannheim nahm derKönig nicht weit davon, in einem Dorfe, mit NamenSteinfurt. Noch ging alles sehr einfach her. In demDorfe lagen ein paar Scheunen einander gegenüber: inder einen wurde dem König, in der andern dem Prinzendas Nachtlager aufgeschlagen. Beim Schlafengehen sagteder König, er denke am nächsten Morgen nicht wie ge-wöhnlich um drei, sondern erst um fünf Uhr wegzufahren,da man nicht mehr weit nach Mannheim habe.
Da dachte nun der Prinz, es werde ihm leicht wer-den, während die übrigen noch im Schlafe seien, davonzu kommen. Kait versprach ihm, um diese Stunde Pferdeherbeizuschaffen und ihn zu begleiten.
Der Morgen kam heran: Kait seinerseits ging wirk-lich nach den Pferden; in erster Frühe erhob sich derPrinz von seinem Lager, kleidete sich an, steckte sein Geldzu sich, nahm seinen rothen Neiscrock um und ging hinaus,um die Pferde zu erwarten.
Indessen aber hatte der Kammerdiener, dem der Oberst-lieutenant Rochow gesagt, er möge den Prinzen nur beiNacht in Obacht nehmen, bei Tage wolle er schon fürihn haften, diesem Meldung gemacht, und kaum war Fried-rich vor der Thür, wo er sich an einen davorstehendenWagen lehnte, so erschien auch Rochow, und bot ihm un-befangen guten Morgen.
In diesem Augenblick kam Kait mit seinen Pferden