Band 
Erster Band.
Seite
321
JPEG-Download
 

321

Bildungstrieb dagegen sträubt, der einer abweichenden Le-bensansicht ohne Bedenken folgt, dabei auf Abwege gc-räth, die ihn weiter und weiter hätten führen können, jetztaber unter gewaltigen Erschütterungen genöthigt wird, da-von zurückzukommen.

Indem der Prinz am meisten fürchtete, noch zum Todeverurtheilt zu werden, ließ ihm der König ankündigen,da er durch den Prediger von seiner Neue und Zerknir-schung unterrichtet worden, so wolle er einen Anfang derVergebung machen und ihn aus dem scharfen Arrest las-sen. Friedrich wollte es kaum glauben: er hielt es erstfür wahr, als man ihm den Brief seines Vaters im Ori-ginal vorzeigte.

Dieser war jedoch nicht ohne Bedingung. Der Va-ter wollte keine Erleichterung gewähren, wenn sich derSohn ihm nicht von neuem durch einen Eid verpflichte.

Friedrich mußte schwören, seinem Vater allezeit getreuund gehorsam zu sein, nie und nimmermehr zu versuchen,sich der königlichen und väterlichen Gewalt desselben zuentziehen; sollte er hinfüro nicht in allen Stücken demWillen und Wohlgefallen seines Vaters nachleben, sowolle er der königlichen und churfürstlichen Succession aufewig verlustig sein.'

1. Der König an den Prediger 8 Nov. Eine erste Formel hatteder König als ungenügend verworfen. Er ließ den Kronprinzen aus-drücklich erinnern, rezc-v-ui»»«» lucaisles kenne man hier zu Lande ^nicht, worauf dieser sagt, er wisse sehr wohl, daß man einen Eid inder Meinung schwören müsse, in welcher ihn der verstanden, der ihn^schreibt, wünscht ihn aber vorher zu sehen.

i. 21