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seelenverderblich. Friedrich aber war in den Beweisen fürdiese Ansicht sehr gut bewandert; ich denke, daß die theo-logischen Aufsätze von seiner Hand, die Katte nach seinerAussage bei ihm gesehen hat, diesen Punct betrafen, derihm der wichtigste war: er wußte, daß auch Luther an-fangs eine verwandte Meinung behauptet habe, und wolltesie nicht fahren lassen. Unaufhörlich disputirte seine Umge-bung mit ihm darüber. Zuerst brachte man ihn zu derErklärung, er halte die Lehre mehr für philosophisch, als fürtheologisch, ohne Werth für das praktische Christenthum;aber der König antwortete, das sei eine Ausflucht: ermüsse leider befürchten, daß sein Sohn nicht ehrlich zuWerke gehe. Dann gab sich Hille, ein Mann von all-gemeiner Bildung und nicht ohne Geist, in Gesprächenso wie in Briefen Mühe, die schlimmen Consequenzenjener Ansicht zu entwickeln. Da der Prinz diese nicht zu-geben wollte, so suchte man ihm zu beweisen, daß er dannzu einer Auffassung genöthigt werde, bei der alles eigent-lich nur ein Wortstreit sei. Hille behauptet, das habeden Prinzen überwunden. Von Friedrich selbst wissen wirnur daß er sagt, er wolle für seine Meinung nicht zumMärtyrer werden.
Der König war höchlich zufrieden, als er von dieserAnnäherung erfuhr; er ließ sich nun etwas gnädiger ver-
1. Gegen den Prediger Müller benutzt der Prinz gleichnißartigeArgumente, z. B. von den Rädern in einer Uhr, die aber in einan-
greisen müssen: die Stelle 2 Pctri 2, 1 war ihm in dieser Be-Uehung noch neu. Dagegen stützte sich Friedrich auf Römer 9.