gerathen, als wolle er sich in die Familienangelegenhei-ten des preußischen Hauses, namentlich des Kronprinzen,mischen, dem man in der Wahl seiner Gemahlin vielmehrvolle Freiheit lassen sollte.
Noch einmal gcricth Friedrich in die größten Wallun-^ gen seines Gemüthes. Auf der einen Seite sah er denVater, der es im Grunde gut meinte, dessen Zorn zu er-wecken entsetzlich war; wenn er sich fügte, konnte er auf einungleich freieres und ruhigeres Leben rechnen; sogar eineReise war ihm in Aussicht gestellt, und er bemerkte kaum,an welche Bedingungen sie geknüpft ward. In einem Au-genblick wo er sich hieven durchdrungen fühlte, schrieb erdem Vater: selbst wenn die Schilderung der Prinzessinwie er sie mache, zu günstig für sie wäre, so würde ersich doch in Allem seinem Willen fügen.
Sogleich darauf aber erhoben sich ihm entgegengesetzteBetrachtungen.
Sollte er sich für alle Zukunft an ein Verhältnißbinden, das ihm wahrscheinlich unerträglich werden mußte?Er fürchtete, sich einer wenig erzogenen Gemahlin schä-men zu müssen, sich neben ihr Jahr aus Jahr einzu langweilen: von übereinstimmender Gemüthsart undschön müsse die Frau sein, mit welcher er leben solle,lieber zu frei, als zu tugendhaft; am wenigsten könneer eine Fromme ertragen, die ein halb Dutzend Heuch-ler in ihrem Gefolge habe. Kaum war der Brief anden König abgegangen, so schrieb er in dem entgcgen-
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