Band 
Erster Band.
Seite
383
JPEG-Download
 

383

von ihnen selbst früher bekämpften und ausgeschlossenenChurfürsten von Sachsen vor.

Wenn wir die Verhältnisse am russischen Hofe rich-tig beurtheilen, so beruhte Alles darauf, daß wie Löwen-wölde sich die Bildung der Allianz mit Östreich und Preu-ßen zu einer fast persönlichen Angelegenheit gemacht hat,der Oberkammcrhcrr Biron dagegen die Allianz mit Öst-reich und Sachsen-Polen beförderte. Biron aber warbei weitem der mächtigere. Man hat damals von ihmgesagt, zum Kaiser fehle ihm nichts, als der Name: soentscheidend war sein Wort in jeder Beziehung.

Östreich, das ohne Zweifel auch hierauf mitwir-kenden Einfluß ausübte, hatte nur immer den EinenZweck vor Augen, seine Erbfolgeordnung zu einer allge-meinen Anerkennung zu bringen. Dazu schien ihm nichtsdringender, als die Ansprüche des Churfürsten von Sach-sen zu beseitigen, die allerdings ein großes Gewicht erlangenkonnten, wenn er in die bereits angebahnten Unterhandlun-gen trat. Um ihn zu gewinnen war die Thronfolge inPolen das einzige, das entscheidende Mittel. Ihm dabeiBedingungen zu Gunsten eines Dritten zu setzen, welcheseinen guten Willen wieder irre machen könnten, schiennicht rathsam. Man knüpfte überhaupt an diesen Ab-schluß die größten Hoffnungen. Wenn auch zuletzt Frank-reich, vielleicht mit den bairisch-pfälzischen Höfen bei sei-nem Widerspruch verharrte, so dachte man ihm ein gro-ßes europäisches Bündniß entgegen zu stellen. Man