Band 
Erster Band.
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gezogen werden sollte. Wie oft ward die Friedensliebedes Cardinal Fleury angeklagt, daß er es versäume, sichder Vollziehung eines solchen Ereignisses entgegenzusetzen:bald werde Lothringen ein furchtbares militärisches Boll-werk gegen Frankreich bilden. Marschall Villars, dernoch in den Erinnerungen des Zeitalters Ludwigs XIVlebte, hat einst im versammelten geheimen Rath den Car-dinal gefragt, ob dies Vorhaben nicht eben so gefährlichfür Frankreich sei, wie einst die Ligue von Augsburg, undda dies einleuchte, ob man nicht eben so gut zu den Waf-fen greifen müsse wie damals; — Ludwig XIV habe kei-nen Verbündeten gehabt, jetzt habe man deren.

So friedfertig Cardinal Fleury auch erschien, so erb-ten sich doch in ihm, — es wird uns noch oft entge-gentreten, — die alten Grundsätze der französischen Po-litik fort, die auf ein allgemeines Übergewicht gerichtet wa-ren; nur daß er weniger lärmend und ungeduldig als seineVorgänger, mehr im Stillen vorbereitend zu Werke ging.Eben erst der Verbündeten suchte er sich jetzt zu versichern.Pfalz und Baicrn hatte er schon lange, unter andernauch durch das Versprechen, das erste in der BergischenSache zu unterstützen, an sich gefesselt. Es gelang ihm,den König von Sardinien, in dessen Rathe einige vondem Wiener Hofe beleidigte Minister das Wort führten,zu gewinnen. Hauptsächlich ward jede Irrung beseitigt,die noch mit Spanien obwalten konnte; es ward einVertrag verhandelt und nach kurzer Zeit zu Stande ge-