Band 
Erster Band.
Seite
406
JPEG-Download
 

406

mit Umsicht führend, diese mit Tapferkeit streitend, zu kräf-tigem Widerstand vereinigen. Davon aber war damalsnicht die Rede.

Und da nun Frankreich im Westen vollauf beschäf- '

tigt war, und dem Osten keine eigentliche Aufmerksamkeit ,

zuwenden konnte, so erfolgte hier nach demselben Gesetze, ^

daß sich das Übergewicht nach der andern Seite hin neigte.

Die Anhänger Leßczynskis mutheten sich keine ernstlichenAnstrengungen zu, sie wichen wie aus der Hauptstadt, soweiter von Ort zu Ort; endlich mußte es eine ursprüng-lich deutsche, allerdings seit Jahrhunderten mit der Re-publik verbundene Stadt sein, das schon manches Malvergeblich belagerte Danzig, welches dem zurückweichendenKönig zur Zuflucht diente; übrigens aber hatten die Ruf- ^

sen allenthalben die Oberhand.

Schon durch diesen Gang der Dinge gerieth derKönig von Preußen in eine sehr nachtheilige Lage. Mansieht hier wohl, was es sagen will, wenn sich einstder große Churfürst zum Grundsatz gemacht hatte, nie-mals neutral zu bleiben: das ist: keine Entscheidung dereuropäischen Dinge zuzulassen, ohne das Gewicht seinerKräfte hineinzuwerfen. König Friedrich Wilhelm warjetzt in den Fall gekommen, davon ausgeschlossen zu sein:aber dadurch geschah ihm dann, daß auf beiden Seitenseine Sympathien mehr dem geschlagenen Theile galten. -

Am Rheine war er gegen die Fortschritte der Franzosen,und er setzte sich ihnen als Reichsstand entgegen; in Po-

1