Band 
Erster Band.
Seite
414
JPEG-Download
 

414

seiner Sache sicherer Staatsmann fühlen, der sich keinerder streitenden Parteien anschließt, und seine Zeit erwartet.

Im Sommer des Jahres 1735 hat der König selbsteinen Entwurf zu allgemeiner Pacification gemacht, auswelchem man wenigstens sieht wohin seine Ideen gingen.Er wünschte daß beide, Stanislaus und August, zurück-treten, und sich mit dem königlichen Titel begnügen möch-ten: die Polen sollten dann zu einer neuen Wahl schrei-ten; bei dieser müßten alle Fremde, Deutsche oder Fran-zosen, ausgeschlossen sein; aus ihrer Mitte aber solltendie Polen wählen können, wen sie wollen, ohne alleEinmischung. Bei der damaligen Lage der Dinge imsüdlichen Europa schien auch ihm, daß sich der Kaisernicht weigern könne, Neapel und Sicilicn fahren zu lassen:aber darum dürfe doch Ludwig dem XV keine neue Er-werbung gestattet werden, vielmehr müsse derselbe die Ver-mählung des Herzogs von Lothringen mit der Erbin vonÖstreich genehmigen. Sollte er es verweigern, so seiman in Deutschland noch stark genug ihn zu bestehen;er selbst wolle sich mit aller seiner Macht gegen ihn er-heben, sein Heer vier Jahre hinter einander gegen ihnim Felde erhalten. Allerdings stellt er dann auch einigeBedingungen zu eigenem Vortheil auf, doch sind diese sehrbescheiden. Er denkt nicht mehr an Curland, er wieder-holt nur die schon beim Ausbruch des Krieges aufgestellteForderung, daß ihm eine theilweise militärische Besetzung