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entgegen; er suchte nicht mit mancherlei Wissen zu glän-zen wie Sinzendorf: der Unterricht den er einst in Rom ge-nossen, hatte weniger sein Gedächtniß angefüllt, als seinUrtheil geschärft, und der Scharfsinn ist wohl die Eigen-schaft die am wenigsten von den Jahren getrübt wird;allein für seine Meinungen zu stehen, diese Energie besaßer nicht. Es genügte ihm, sich auszusprechen; hieraufschien er zu erschlaffen oder machte seinem Unwillen inunfruchtbaren Sarkasmen Luft.
Der dritte Conferenzminister Graf Königscgg galt alsein Mann von Welt und Bildung, wie er denn die mei-sten europäischen Sprachen in einer gewissen Vollkommen-heit redete; an Talent fehlte es ihm nicht, so wenig wieseinen Collegen, aber eben so sehr an Wärme und That-kraft; man wußte nicht, ob er sich mehr aus Schwächedes Charakters oder aus Vorsicht und vermeinter Klug-heit in den Hintergrund zurückziehe. Das vergebliche undkaum eingestandene Widerstreben gegen einen höherenWillen den sie nicht bekämpfen durften, und den sie dochnicht für wohlgeleitet hielten, hatte in ihnen allen eine Ab-spannung hervorgebracht, welche die Dinge gehen läßtwie sie mögen.
An die Stelle des Kaisers trat nun zwischen ihnendessen dreiundzwanzigjährigc Tochter, an der man bisherbesonders jugendlich aufblühende Frauenschönheit und eineruhig fortschreitende Bildung nach dem Maße des ihrzu Theil gewordenen Unterrichts bewundert hatte. Sie