Band 
Zweiter Band.
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Schon waren die Unterhandlungen mit Baiern imvollen Gange. Wir kennen sie nicht in ihren Einzeln-hellen, aber so viel wir wissen war es an demselben Tage,wo Friedrich seine Eröffnungen in Wien machen ließ,am 17 Dezember, daß der französische Gesandte in Mün-chen dem Churfürsten die Zusage gab, der König vonFrankreich wolle seine Absicht auf den kaiserlichen Thronunterstützen, und auch sonst seine Rechte anerkennen.Von Anfang an ward der zwiefache Gesichtspunct ge-faßt, daß Baiern mit einer eigenen Macht im Felde zuerscheinen in Stand gesetzt, und mit französischen Hülfs-völkcrn unterstützt werden müsse.

Hätte man in Wien davon eine Ahnung gehabt, manwürde die preußischen Anträge wohl anders aufgenom-men haben. Aber in einer Verblendung, die man nichteinmal gutmüthig nennen kann, denn sie beruhte aufrechthaberischem Eigensinn und alten Antipathien, hieltenBartenstein und seine Freunde an ihrem falschen Zutrauenfest. * Sie glaubten etwas Großes zu bewirken, wenn siedas preußische Erbieten, die Erbfolge gegen alle anderenAnsprüche zu vertheidigen, in eine große Allianz gegenFrankreich zu treten, in Versailles, München und Dres-den mittheilten. Sie mochten voraussetzen, daß Fried-rich mit diesen Mächten, besonders der ersten, bereitsVerbindungen angeknüpft habe, worauf er als zwei-

1. Noül'nson 4 Jan. 1741. Lartenstcln S9^S, lli9t tlu's courT(Vienna) lios riotiilnK to rel^ upon Irut I?rrmce. Itro mrirr is runIHeuck rvacl.