Seemächte und Rußlands für die Forderung, wie mansie aufstellte, in Anspruch zu nehmen.
War es aber nicht sehr zweifelhaft, ob man da-mit Eingang finden werde? Mußte man nicht vielmehrbesorgen, daß die Anmahnungen des Wiener Hofes denalten Verbündeten indirekten oder sogar direkten Beistandabgewinnen würden?
Es liegt ein großer Beweis von Beharrlichkeit undWillen darin, daß man an dem einmal ergriffenen Sy-steme trotz dieser Möglichkeiten festhielt; es ist sehr dieGesinnung einer großen Macht, daß man im Augenblickdes Kampfes und der Gefahr dennoch Bedenken trägt,die Hand einer andern zu ergreifen, welche dadurch einunbequemes Übergewicht in Europa davontragen könnte.
Doch wollen wir den moralischen Werth dieser Poli-tik darum nicht zu hoch anschlagen.
Friedrich und Podewils schloffen aus einzelnen Äuße-rungen, daß es ihnen leichter, und dem östreichischen Hofeschwerer werden würde, die Mächte der alten Allianz fürsich zu gewinnen, als es sich hernach gezeigt hat.
Das Unternehmen auf Schlesien war so leicht gegan-gen, daß man sich auch von der militärischen Kraft, welcheÖstreich einsetzen könnte, keine rechte Vorstellung bildete.
Um die Dinge zu einer Entscheidung zu bringen, muß-ten erst neue Erfahrungen im Felde wie in der Politikgemacht werden.