243
hinter ihnen feuerten die beiden andern, die Mündungdes Gewehrs ein wenig gesenkt und wohl auf den Feindgehalten; die Offiziere commandirten wie auf dem Erercier-platz, in denselben Ausdrücken, mit derselben Gebehrde,der nämlichen Ruhe: so gehorchten die Mannschaften, un-geirrt vom Feinde; sie brachten eine Wirkung hervor, wiesie im Kriege noch niemals gesehen worden; die östreichi-schen Regimenter, die sich aus keinem früheren Feldzugeeines ähnlichen Feuerns erinnerten, waren bald nicht mehrdagegen heranzubringen und zogen sich, um minder aus-gesetzt zu sein, in tiefe Colonnen zusammen: ihre Fahnendrängten sich wie in einen Knäuel.
Es war der Triumph der von dem alten Desfauermit so beharrlicher Anstrengung durchgeführten Übun-gen; sein ihm in Sinnesweise und militärischer Tüch-tigkeit verwandter Sohn commandirte das zweite Treffenmit Geistesgegenwart und Nachdruck; vor diesen Neulin-gen konnten die alten Regimenter, zumal da sie nur man-gelhaft zusammengesetzt waren, nicht bestehen.
Doch war es noch nicht genug, daß man sich nurvertheidigte und den Feind zurückwies. Zu einer letztenEntscheidung war der Kriegseifer und Siegesdurst Schwe-rins nicht minder nothwendig, als die anhaltische Sünd-haftigkeit. In dem Gefühle daß er an der schlechten Wen-dung die der Feldzug bisher genommen eine nicht geringeSchuld trage, entschlossen, wenn alles fehlschlagen sollte,den Tod zu suchen wie Schulenburg, zog jetzt Schwerin
16 *